Hildesheim - Das ist schon ein ekelhafter Anblick: massenweise aufgequollenes Brot, das in der Uferzone eines Hildesheimer Gewässers vor sich hin dümpelt. Die Bilder vom matschigen Toast im Piratensee haben auch bei mir zu einem naheliegenden Gedanken geführt, und der Gedanke fing mit den Worten „Welche Vollidioten...“ an. Zum Glück gibt es aber die unendlichen Weiten unseres Redaktionsflurs, die mich im Zusammenhang mit dem oben beschriebenen Kriminalfall nun zum Umdenken gebracht haben. Was, wenn da keine asozialen Deppen am Werk waren, sondern Naturfreunde ohne nennenswerte Schullaufbahn? Mein Büronachbar meint, dass im Piratensee durchaus ein sehr großer Fisch leben könnte, er sprach von Walter, dem Wels, der mindestens so lang sein soll wie das Auto von unserem Chefredakteur. So ein Monster aus der Tiefe könnte ja durchaus ein Marketinginstrument für den strukturschwachen Ballungsraum Drispenstedt sein, erst recht, wo es doch mit dem schönen Luxus-Campingplatz am benachbarten Müggelsee nichts wird.
Weltmedien würden sich auf Hildesheim stürzen
Die Osterferien stehen quasi vor der Tür, damit auch die nachrichtenarme Zeit. Nicht nur die älteste Tageszeitung Deutschlands, nein, Medien möglicherweise aus ganz Niedersachsen würden sich vermutlich auf Geschichten rund um Walter stürzen. Tourismus, Kaffeefahrten, am Piratensee wäre plötzlich alles möglich. Deshalb ein Wort an unsere Freunde mit dem Toastbrot: Wir wissen, dass ihr Walter gesehen habt. Wir wissen, dass ihr ihn nur füttern wollt. ABER HÖRT SOFORT DAMIT AUF! Wenn der Teich umkippt, stirbt der Wels. Haben wir uns verstanden?
