Public Viewing

EM in Deutschland – und in Hildesheim bahnt sich Public-Viewing an

Hildesheim - Fußball-Europameisterschaft in Deutschland – auf ein solches Turnier mussten die Fans lange warten. Im Juni ist es soweit. Viele Fußballbegeisterte fiebern schon jetzt den Public-Viewing-Veranstaltungen entgegen. Auch in Hildesheim. Und hier bahnt sich eine Überraschung an.

2018: In Russland findet die Fußball-Weltmeisterschaft statt, in Hildesheim fiebern die Fans beim Public Viewing in der Jo-Wiese mit. Bei der kommenden EM soll es wieder Public Viewing geben, doch auf keinen Fall am Jo-Beach. Foto: Christian Gossmann

Hildesheim - 18 Jahre mussten die Fußballfans in Deutschland warten, bis mal wieder ein richtig großes Turnier im eigenen Land stattfindet. 2006 war es die Weltmeisterschaft, bei der sich das Team des damaligen Nationaltrainers Jürgen Klinsmann den dritten Platz sicherte. Jetzt fiebern die Fans der Europameisterschaft entgegen, die vom 14. Juni bis 14. Juli ausgetragen wird. Die Spiele sind auf zehn Städte aufgeteilt, 24 Mannschaften kämpfen um den Titel. Und da wären die Fans natürlich gerne dabei. Wenn nicht im Stadion, dann gerne beim Public Viewing. Das soll es auch in Hildesheim wieder geben. Und Veranstalter Mathias Mehler (Werften-Gruppe) kündigt dafür eine Überraschung an.

Die allermeisten Tickets, um ein Spiel im Stadion zu erleben, sind längst teuer verkauft, zudem sind die Spielorte Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt, Gelsenkirchen, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart auch nicht mal eben um die Ecke. Umso wichtiger sind den Fans die Public-Viewing-Veranstaltungen vor Ort. Mehler ist dabei in Hildesheim eine feste Größe. Seit 2006 hat er bei jedem großen Turnier solche Angebote in der Stadt geschaffen. Gemeinsam mit der Stadt verwandelte er damals die Sporthalle an der Pappelallee rechtzeitig zum Viertelfinale der deutschen Elf gegen Argentinien in eine Fußball-Arena. Bei der WM in Katar, die im Dezember 2022 stattfand, pausierte er das erste Mal. Aus mehreren Gründen: Die Menschenrechtsproblematik in Katar, die damals geltenden Pandemie-Bedingungen und mangelnde Sponsoren. Bedauert hat er die Entscheidung nie. „Es gab keinen Hype um diese WM“, sagt er und in Hildesheim habe deshalb offenbar auch keiner das gemeinsame Fußballgucken vermisst.

„Wir haben Bock auf Public Viewing“

In diesem Sommer soll es das aber wieder geben. „Wir haben Bock drauf“, sagt Mehler. Doch so richtig viel will er noch nicht dazu sagen, die Planungen würden erst so richtig Fahrt aufnehmen. Doch eines kann er schon verraten: In diesem Jahr soll die riesige Leinwand an einem ganz neuen Standort aufgbaut werden. „Wir haben ja schon einiges ausprobiert, aber nun soll es ein neuer Ort werden, Hildesheim hat noch einige geeignete Ecken zu bieten“, sagt der Unterehmer. Die Halle 39 habe sich als nicht so geeignet herausgestellt, der Volksfestplatz „geht natürlich immer, hat aber an Attraktivität nicht gerade gewonnen“ und der große Parkplatz an der Volksbank sei dauerhaft vermietet, sagt er zu den bereits ausprobierten Standorten. Auch der Jo-Beach scheide aus. Dort seien in diesem Jahr unter anderem mit Mittelaltermarkt, Olympiacamp und Firmenlauf schon einige Veranstaltungen geplant, das solle mit Blick auf die Anwohner nicht ausgereizt werden.

Welchen Standort Mehler im Blick hat, will er noch nicht sagen. Es gebe noch einiges zu klären, wie Sicherheitskonzept oder Verkehrsfragen. Voraussichtlich im April will er die Katze aus dem Sack lassen. Er versichert aber, dass sein Team und er „alles tun würden“, damit es wieder Public Viewing in Hildesheim gebe. Immerhin dürften die Spiele ja wohl spannend werden. „Aber ich bin kein Fußballexperte, ich halte mich da raus, habe nur die Veranstaltungen im Blick“, erklärt er.

Noch keinerlei entsprechende Anträge bei Stadt

Ob es neben Mehlers Programm noch weitere Angebote zur EM gibt, ist noch nicht bekannt. Hildesheim Marketing schmiedet keine entsprechenden Pläne, das Team um Fritz Ahrberg veranstaltet zu dieser Zeit den Citybeach auf der Lillie. „Zum einen haben wir personell nicht die Kapazität zur Planung, aber auch aus Platzgründen lässt sich dies nicht auf dem Citybeach darstellen. Weiterhin schaffen wir mit dem Citybeach ein Südsee-Ambiente, bei dem Besucherinnen und Besucher die Seele baumeln lassen und sich entspannen können. Public Viewing sehen wir hierbei als unpassend für das Konzept der Veranstaltung“, erklärt Stefanie Hoffmann, Teamleiterin Kommunikation bei Hildesheim Marketing.

Bei der Stadt liegt laut Pressesprecher Helge Miethe noch kein einziger Antrag für ein Public Viewing vor. Und von der Stadt festgelegte Standorte gebe es auch nicht. „Grundsätzlich machen wir keine Vorgaben, wo das möglich wäre, sondern gucken, wenn ein Antrag eingeht, ob das am gewünschten Ort unter welchen Auflagen möglich ist“, so Miethe. Es gebe dafür auch keine festgelegte Antragsfrist. „Wenn jemand ein Public Viewing plant, macht es natürlich Sinn, das mit einem gewissen Vorlauf hier anzuzeigen beziehungsweise zu beantragen, insbesondere dann, wenn es um die Sondernutzung öffentlichen Raumes geht.“

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