Hochwasserschutz

Entschlammung des Hildesheimer Mühlengrabens soll beginnen

Hildesheim - Nach Verzögerungen sollen die Arbeiten an dem Hildesheimer Gewässer im November endlich starten. Ein Saugbagger holt belasteten Schlamm aus dem Mühlengraben. Der wird anschließend getrocknet.

Im Mühlengraben hat sich über Jahrzehnte Schlamm abgesetzt. Der soll ausgebaggert werden, damit Wasser wieder schneller abfließt. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Der Mühlengraben soll ausgebaggert und von Schlamm befreit werden. Die Stadt hatte den Beginn der Arbeiten ursprünglich schon für September, dann für Mitte Oktober angekündigt. Der Start verzögerte sich, weil das beauftragte Unternehmen die Baustelle noch nicht einrichten konnte, teilt die Stadt mit. Nun soll es aber am Montag, 6. November, tatsächlich losgehen, kündigt Stadtsprecher Helge Miethe an. Betroffen ist der Bereich zwischen Große Venedig und dem Godehardi-Wehr in der Nähe des Parkhauses des Bernward-Krankenhauses.

Der Mühlengraben ist Teil des Systems, das Wasser über die Innerste und ihre Nebenarme durch die Stadt führt. Doch im Laufe von Jahrzehnten haben sich so viele Schwebstoffe aus der Innerste als Schlamm im Mühlengraben abgesetzt, dass er im Falle eines Hochwassers nicht mehr ausreichend Wasser aufnehmen könnte. Durch die Entschlammung soll der Graben seine Leistungsfähigkeit zurückerhalten.

Da der Schlamm mit Schwermetallen wie Blei und Cadmium belastet ist, muss ein Spezialunternehmen die Arbeit übernehmen. Die Stadt hat eine Firma aus Leverkusen beauftragt. Die Entschlammung dauert voraussichtlich drei bis vier Monate, die Kosten werden mit 700 000 Euro angegeben.

Wohnmobilstellplatz bleibt während der Arbeiten gesperrt

Der Mühlengraben bleibt während der Entschlammung mit Wasser befüllt; die Arbeit wird mit Hilfe eines Saugbaggers vorgenommen. Das belastete Material wird dann über Rohrleitungen zum Wohnmobilstellplatz am Hohnsen transportiert, dort mit einer Trocknungsanlage entwässert und anschließend zu einer Deponie gebracht. Während der Dauer der Arbeiten ist der Wohnmobilstellplatz gesperrt. Wer mit dem Wohnmobil in Hildesheim Station macht, kann sein Fahrzeug auf dem Parkplatz am Hohnsen oder im Philosophenweg abstellen.

Bereits im August wurde der Graben von einem Spezialboot auf Kampfmittel untersucht – gefunden wurden keine. Im September ließ die Stadt entlang der Böschungen Sträucher und kleine Gehölze entfernen, um die Baggerarbeiten zu erleichtern. Im Anschluss an die Entschlammung soll die historische Mauer am Aufgang zum Kehrwiederwall auf Höhe des Frauengefängnisses saniert werden. Auch die Fundamente der historischen Brücke wird dann umfangreicher als bisher möglich untersucht. Erst dann könne ein Sanierungskonzept erstellt werden, so die Stadt.

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