Hildesheim - Reiner Werth steht auf dem Roten Platz und schaut auf die von der Polizei mit Flatterband abgesperrte Vereinsgaststätte. Roter Platz wird die Freifläche vor der Vereinsgaststätte „Zur Abseitsfalle“ des Polizeisportvereins (PSV) Grün-Weiß auf der Marienburger Höhe genannt. „Weil früher mal viele Sozialdemokraten hier Mitglied waren“, erzählt der 80-Jährige, der selbst einmal Polizist war und den Verein bis 2003 als Vorsitzender führte. Nun ist er „nur noch“ einfaches Mitglied und Nachbar, der gelegentlich vorbeikommt. „Vom Brand in der Nacht habe ich nichts mitbekommen“, erzählt er am Donnerstagvormittag. Dabei wohnt er nicht weit vom Sportplatz entfernt. Hier war in der Nacht ein Feuer ausgebrochen. Die gegen 2 Uhr alarmierte Feuerwehr hat den Brand innerhalb kürzester Zeit gelöscht. Aber der Schaden ist trotzdem erheblich.
„Wir können froh sein, dass es nur den Anbau getroffen hat“, sagt der heutige Vereinsvorsitzende Peter Thoni, der kurz nach Werth eintrifft. Am Anbau besteht die Fassade zwar wie beim Rest des im Laufe der Jahre immer mehr erweiterten Gebäudes überwiegend aus Holz. Aber innen sei der Anbau aus Stein. Andere Teile, etwa der Schankraum, bestehen hingegen nahezu komplett aus Holz. „Wenn das Feuer übergegriffen hätte, wäre alles abgebrannt“, vermutet auch Werth.
Um 6 Uhr klingelte die Polizei beim Vorsitzenden durch
Nach und nach treffen immer mehr Verantwortliche des Vereins, aber auch Brandermittler der Polizeiinspektion ein. Letztere begutachten den Schaden, schauen, an welchen Stellen das Feuer ausgebrochen sein könnte. „Hast du mal eine Leiter für mich, dann muss ich keine Drohne kommen lassen“, fragt einer der ermittelnden Beamten den Vereinsvorsitzenden. Man kennt sich. Der Vereinsvorsitzende ist ebenfalls Polizist. Seine Kollegen hatten schon in der Nacht versucht, ihn zu erreichen. Um 6 Uhr hörte er das Klingeln schließlich und fuhr nach dem Gespräch sofort zum Vereinsgelände.
Hier liegt am Vormittag nach dem Brand noch immer erheblicher Rauchgeruch in der Luft. Verkohlte Trümmerreste und Dachziegel liegen in der Umgebung. Beim Blick durch das Fenster kann man das Wasser erkennen, das im Anbau steht. „Der wird wohl abgerissen werden müssen“, vermutet Werth. Wie es weitergehen soll, ist noch unklar. „Ich habe auch den Pächter noch gar nicht erreicht“, sagt Thoni.
Zunächst keine Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb
Die sportlichen Aktivitäten des Vereins sind zunächst nicht betroffen. „Auf unseren Trainingsbetrieb hat das keine Auswirkungen“, sagt Marvin Bode, Trainer der 1. Herren, der kurz nach dem Vereinsvorsitzenden eintrifft. Toiletten und Umkleiden des Vereins befinden sich in dem nicht betroffenen Gebäude neben dem Vereinsheim.
Für Sportler wie Reiner Werth geht es bei der in Teilen zerstörte Vereinsgaststätte nicht nur zum den materiellen Schaden. „Ich habe das Gebäude Anfang der 80er-Jahre mit aufgebaut“, erzählt er.


