Algermissen/Kreis Hildesheim - Im Landkreis Hildesheim sind am Donnerstagnachmittag die ersten Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen und weiteren Mitarbeiter von Kitas und Grundschulen gegen das Coronavirus geimpft worden. Hinzu kamen einige Feuerwehrleute, die als sogenannte „First Responder“ Patienten zum Beispiel bei Herzinfarkten unter Umständen als erste betreuen.
Die Gemeinde hatte alle berechtigten Impfwilligen in die Sporthalle an der Ostpreußenstraße eingeladen. 143 Personen waren dabei. „Die Impfbereitschaft ist wirklich hoch, sie liegt bei rund 85 Prozent“, freute sich Sönke Deitlaff, Fachdienstleiter für Familie, Kinder und Jugend.
Aktion verschoben
Die Gemeinde hatte ihr komplettes Kita- und Grundschul-Personal zur Impfung aufgerufen – wissend, dass es angesichts häufiger schwerer Nebenwirkungen zu Ausfällen am Folgetag kommen kann. „Die Eltern sind informiert, dass es zu Einschränkungen kann“, berichtete Deitlaff. „Aber das Verständnis ist groß. Viele Eltern sehen es sehr positiv, dass die Erzieherinnen und Lehrerinnen ihrer Kinder geimpft werden können.“
Ursprünglich hatten die Gemeinden Algermissen und Harsum gemeinsame Impftermine für das vergangene Wochenende geplant. Diese mussten aber wegen der zwischenzeitlichen Aussetzung des Astrazeneca-Impfstoffs in Deutschland kurzfristig verschoben werden.
Hohe Impfbereitschaft
Bürgermeister Wolfgang Moegerle verfolgte das rege Treiben in der Sporthalle mit zufriedener Miene: „Es wird auch höchste Zeit, dass Kita- und Grundschul-Personal jetzt geimpft wird. Gerade Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen haben sehr direkten Kontakt zu vielen Kindern und können nicht einfach Abstand halten. Die Aktion heute ist ein wichtiger Schritt nach vorn!“ Zumal die Zahl der infizierten Kinder und der Altersgruppe ihrer Eltern steige.
Moegerle zeigte sich zudem erfreut über die hohe Impfbereitschaft. Es habe zwar im Zuge der Diskussion um den Astrazeneca-Impfstoff noch einige Absagen gegeben, „aber nicht so viele wie befürchtet“. Vielmehr sei bei vielen Erzieherinnen und Lehrerinnen „große Erleichterung zu spüren, dass sie endlich an der Reihe sind“.
Was eine Lehrerin sagt
Grundschullehrerin Ilona Mai gehörte zu den vielen, die keine Vorbehalte gegen den viel diskutierten Impfstoff hatten. „Eine Schwester und eine gute Freundin von mir sind Ärztinnen, beide sind bereits geimpft, beide haben keinerlei Bedenken!“ Sie habe sich zwar „noch einmal Gedanken gemacht“, aber mit dem Ergebnis, Vertrauen in den Impfstoff zu haben.
Also marschierte sie nach dem Arztgespräch – Dr. Sylvia Brockhaus und Christoph Henke informierten die Impfberechtigten noch einmal über die Immunisierung – entschlossen in eine der beiden Impfkabinen, wo Mariele Meyer vom Arbeiter-Samariterdienst wartete: „Welchen Arm brauchen sie eher?“, fragte sie. „Beide“, antwortete Mai und entschied sich schließlich, sich den Impfstoff in den linken Arm spritzen zu lassen.
Nächste Kommunen
Auch die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann war nach Algermissen gekommen: „Das ist ja jetzt der Auftakt für zwei wichtige Berufsgruppen, da wollte ich mir einen Eindruck vom Ablauf verschaffen“, sagte die stellvertretende Chefin der Kreisverwaltung, die in Abwesenheit von Landrat Olaf Levonen im Kreishaus das Sagen hat.
Solche Aktionen wie in Algermissen organisieren Kreis und Kommunen in den nächsten Tagen noch öfter: Nach dem Impfstart für Kita- und Grundschul-Beschäftigte in Algermissen sind in dieser Woche im Landkreis Hildesheim weitere solcher Aktionen in Diekholzen, Elze, Harsum und Sarstedt angesetzt. Zu Beginn der nächsten Woche sind mobile Impfteams in Kitas, Grundschulen und Förderschulen in Alfeld, Elze, Holle und der Samtgemeinde Leinebergland im Einsatz.
