Hildesheim - Die Post: geschlossen. Der Brunnen: kaputt und trockengelegt. Der Platz: trostlos und kaum begrünt. Wacker trotzt bislang der Betreiber des Burgerrestaurants Bootschaft der Tristesse am Hindenburgplatz.
Und lange gab es wenig Hoffnung, dass noch jemand anderes dort investieren und den PvH vielleicht doch noch vor dem weiteren Niedergang retten könnte.
Ist das die Trendwende?
Womöglich hat die Trendwende aber bereits vor einigen Monaten unbemerkt von der Öffentlichkeit begonnen. Denn seit Ende 2019 ist nicht mehr die Telekom Besitzerin des gewaltigen Gebäuderiegels, in dem die Post im Erdgeschoss bis zum Herbst 2018 eine Filiale unterhielt: Das Familienunternehmen Haack Immobilien aus Hemmingen hat den Bau mit rund 5000 Quadratmetern Nutzfläche gekauft.
„Wir glauben an den Standort Hildesheim“, sagt Miteigentümer Ruben Haack. Und auch der Hindenburgplatz habe nach wie vor ein Potenzial, das eben lange nicht genutzt worden sei. Das soll sich nun ändern. Und tatsächlich ist es Haack bereits gelungen, die ehemaligen Post-Räume im Erdgeschoss neu zu vermieten. Wer dort mit welchem Angebot einzieht, will er nach Absprache mit dem Mieter noch nicht verraten. Der 31-jährige Immobilienunternehmer versichert aber: „Es wird den Platz deutlich beleben und Publikum anziehen.“
Unternehmen glaubt an den Standort
Vor einigen Tagen haben Arbeiter bereits begonnen, die Fläche leer zu räumen und auf einen Umbau vorzubereiten. Haack setzt darauf, dass der neuer Mieter in etwa drei Monaten so weit ist und eröffnen kann, „wenn alles klappt, das weiß man vorher ja nie so genau.“
Als Zeichen dafür, dass die Hemminger Firma tatsächlich an das Potenzial des PvH glaubt, könnte man auch die Tatsache werten, dass das Unternehmen selbst in das Gebäude mit der Adresse Hindenburgplatz 16 eingezogen ist und dort nach dem Stammsitz in Hemmingen und einer Niederlassung in Garbsen nun eine dritte eröffnet hat. Haack besitzt bereits diverse Immobilien in Hildesheim, unter anderem in der Schuhstraße, und schließt auch weitere Investitionen nicht aus. Bei der Expansion setzt das Familienunternehmen nach Angaben des Miteigentümers auf Käufe und Vermietungen in der Regon zwischen Hannover, Celle und Hildesheim. Dabei setzt Haack auch eine eigene Baufirma ein, über die alle Gewerke abgedeckt seien und die auch selbst ausbilde.
Fassade bleibt wie sie ist
Eine Hoffnung, die wohl viele Hildesheimer haben dürften, wollen die neuen Besitzer der PvH-Immobilie aber zunächst nicht erfüllen: Die Fassade des Gebäudes wird vorerst nicht angetastet. Er möge den Charakter des Baus grundsätzlich, sagt Ruben Haack und sichert zu: Im Erdgeschoss werde sich durch den Einzug des Mieters aber vieles optisch ändern. Wenn das stimmt, schweift der Blick der Passanten ja vielleicht künftig gar nicht mehr nach oben auf die grauen Außenwände darüber.
