Schule evakuiert

Stinkbombe löst Großeinsatz in Bad Salzdetfurth aus – Folgen für den oder die Täter

Bad Salzdetfurth - An der IGS Bad Salzdetfurth gab es am Donnerstag eine groß angelegte Evakuierung. Hintergrund war ein Streich mit einer Stinkbombe – und der wird wohl Konsequenzen für den oder die Täter haben.

Einsatzkräfte der Feuerwehr vor der IGS in Bad Salzdetfurth. Foto: Michael Vollmer

Bad Salzdetfurth - Die IGS Bad Salzdetfurth ist am Donnerstagmittag komplett evakuiert worden. Gegen 12 Uhr hatte der Hausmeister in einer Toilette, die sich nahe am Haupteingang am Birkenweg befindet, einen Geruch festgestellt, den er nicht definieren konnte. Aufgrund der unklaren Lage wählte er den Notruf. Wenig später waren die Freiwilligen Feuerwehren Bad Salzdetfurth und Wehrstedt mit rund 40 Aktiven vor Ort.

Bad Salzdetfurths Ortsbrandmeister Sebastian Kälz entschied, das komplette Schulgebäude zu evakuieren. „Das ist über die Auslösung des Feueralarms geschehen. Alles ist sehr geordnet abgelaufen. Es gab kein Chaos rund um die Ausgänge“, berichtete Kälz anschließend. Schüler und Lehrende steuerten die Sporthalle an, wo sie sich bis zum Ende des Einsatzes aufhielten.

Kopfschmerzen und Atemwegsprobleme

Aufgrund des Gestanks klagten mehrere Schülerinnen und Schüler über Augenreizungen, Kopfschmerzen und Atemwegsprobleme. Die Leitstelle löste die Stufe Massenanfall von Verletzten (MANV) aus. Die Retter gehen bei dieser Alarmierung davon aus, dass eine größere Zahl von Verletzten oder Erkrankten versorgt werden muss. Es rückten vier Rettungswagen sowie ein Notarzt zur IGS aus. Drei Schüler wurden zu weiteren Untersuchungen in Krankenhäuser gebracht. Vor Ort waren einschließlich Notarzt 14 Angehörige des Rettungsdienstes. Dazu kamen sechs Polizeibeamte aus dem Kommissariat Bad Salzdetfurth.

Die Feuerwehrleute gingen in der Zwischenzeit der Frage nach, mit welchem Stoff sie es im Gebäude zu tun hatten. Schnell kam die Vermutung auf, dass es sich um eine sogenannte „Stinkbombe“ handelte, die in die Toilette geworfen worden war. Ihr Gestank ähnelt oft faulen Eiern – was letztlich auch ein Hinweis auf austretendes Gas hätte sein können. Kurze Zeit später gab die Feuerwehr Entwarnung. Messungen hatten ergeben, dass keine gefährlichen Substanzen in der Luft waren.

Konsequenzen für den oder die Täter

Auch der zwischenzeitlich angerückte ABC-Zug des Landkreises bestätigte die Ergebnisse der Bad Salzdetfurther Kollegen durch eigene Untersuchungen. Der Großeinsatz kann weitreichende Konsequenzen für den oder die Täter haben, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Wie ein Polizeisprecher gegenüber dieser Redaktion mitteilte, gibt es wohl erste Hinweise auf die Schuldigen. „Im Raum steht eine Körperverletzung, da Schüler durch den Stoff Schaden genommen haben“, so der Bad Salzdetfurther Beamte.

Insgesamt dürfte es später wohl auch darum gehen, ob für den Großeinsatz Kosten geltend gemacht werden können. Die Feuerwehr blies den Gestank mit Hochleistungslüftern aus dem Gebäude, anschließend konnte die IGS wieder betreten werden. Bis zur Freigabe des Gebäudes gab es aber wegen des Schulschlusses noch ein organisatorisches Problem. „Die Sachen der Schülerinnen und Schüler befanden sich zunächst alle noch im Gebäude“, berichtete Schulleiterin Andrea Milbrod-Jakob. Die Busabfahrt erfolgte schließlich vom Solebadparkplatz, gegen 13.30 Uhr rückten die ersten Kräfte wieder ab.

Von Michael Vollmer

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