Kreis Hildesheim - Evelin Wißmann bleibt weitere acht Jahre Erste Kreisrätin des Landkreises Hildesheim und damit Stellvertreterin von Landrat Bernd Lynack als Chef der Kreisverwaltung. Der Kreistag hat sie am Donnerstagabend mit 39 Ja-Stimmen wiedergewählt, zwölf Mitglieder stimmten dagegen, zwei enthielten sich – und zwar in geheimer Wahl, die Siegfried Schmidt von der SPD zuvor beantragt hatte. Von 65 Stimmberechtigten waren bei der Sitzung 53 anwesend.
Das Abstimmungsergebnis passte nicht mit den vorherigen Ankündigungen der Fraktionsvorsitzenden zusammen: Die traten vor der Wahl nacheinander ans Mikrofon, lobten Wißmann einmütig und erklärten, ihre jeweilige Fraktion werde sie wählen. Lynack ging auf die gemeinsame politische Vorgeschichte ein: Wißmann trat bei der Landratswahl im Herbst 2021 gegen den SPD-Mann an und später in die CDU ein. Sie verlor damals die Stichwahl gegen Lynack – und plötzlich war er ihr Chef.
Viel Lob von Lynack
Dieser lobte im Kreistag nun ihre „menschliche Größe“. Sie sei „geradeaus“ und „verlässlich“, eine „glänzende Juristin“ und ein „ruhender Pol in stürmischen Zeiten“. Das habe sie schon vor der gemeinsamen Zusammenarbeit im Kreishaus bewiesen: Als Stellvertreterin von Lynacks Vorgänger Olaf Levonen leitete sie während dessen Krankheit monatelang die Kreisverwaltung. Sie sei jederzeit in der Lage, „das Ruder zu übernehmen“, sagte Lynack. Holger Schröter-Mallohn (Grüne) von der Mehrheitsgruppe bescheinigte ihr Standhaftigkeit und überparteiliche Neutralität.
Das Ergebnis der geheimen Wahl relativierte dann das kollektive verbale Lob ein wenig. Wißmann zeigte sich danach gerührt von Lynacks Worten. „Das ging mir schon sehr nah“, sagte sie, „und das kommt nicht oft vor.“ Sie griff das Bild des Ruder-Übernehmens auf: „Es geht um das Schiff, den Landkreis. Und die See wird rauer. Da sollten wir uns alle nicht aneinander abarbeiten und gemeinsam in dieselbe Richtung steuern.“
