Neuer Coach

Ex-Handballprofi wird bei Sportfreunden Söhre der Nachfolger von Trainer Sven Lakenmacher

Söhre - Ex-Profi folgt auf Ex-Profi: Sascha Bertow wird beim Handball-Drittligisten Sportfreunde Söhre ab der kommenden Saison Nachfolger von Trainer Sven Lakenmacher.

Sascha Bertow bei der Vorstellung im Söhrer Klubhaus: „Die Aufgabe reizt mich.“ Foto: Werner Kaiser

Söhre - Wer wird Nachfolger von Sven Lakenmacher? Am späten Donnerstagnachmittag wurde das Geheimnis im Söhrer Klubhaus gelüftet. Sascha Bertow wird den Handball-Drittligisten ab der kommenden Saison trainieren.

Eine Ära endet

Seit 2016 ist Lakenmacher Coach in Söhre. Er hat die Mannschaft in die Oberliga und dann sogar in die 3. Liga geführt. Dass die Ära Lakenmacher nach dieser Saison enden wird, hat der 52-Jährige vor einiger Zeit verkündet. Die Verpflichtung von Ex-Nationalspieler Lakenmacher war damals ein Coup. Jetzt ist dem Söhrer Klubchef Matthias Ihmann durchaus ein neuerlicher Coup gelungen. Denn auch Ex-Profi Sascha Bertow ist ein bekannter Mann in der Handballszene.

Aktiv spielte er unter anderem beim TuS Nettelstedt-Lübbecke in der 1. Bundesliga und in Liga zwei für die Ahlener SG. Als Trainer war der A-Lizenztrainer zuletzt beim TV Emsdetten am Ruder, mit dem er im Frühjahr 2023 den Aufstieg in die 2. Liga knapp verpasste. „Sehr unglücklich“, sagt Bertow.

Zweitliga-Aufstieg mit Emsdetten knapp verpasst

Wie kommt es, dass einer, der in Emsdetten unter professionellen Bedingungen arbeitete, nun im Handballdorf Söhre anheuert? „Weil mich diese Aufgabe reizt“, erklärt Bertow. Zudem verändert er sich beruflich. Der Finanz- und Versicherungskaufmann wird bald bei einem großen Versicherer in Hannover arbeiten.

Er betont: „Ich muss keinen Spitzenklub trainieren. Mir geht es vor allem darum, einzelne Spieler und eine Mannschaft zu entwickeln.“ Und dafür sieht er in Söhre Potenzial: „Es ist eine interessante Mannschaft, die sich in der 3. Liga etabliert hat.“ Bertow lobt den Noch-Amtsinhaber, mit dem er eine zeitlang in Nettelstedt zusammengespielt hat: „Laki leistet hier hervorragende Arbeit.“

„Ich will jeden Spieler genau kennenlernen“

Bertow möchte die erfolgreiche Arbeit fortsetzen, aber kopieren will und kann er Lakenmacher nicht: „Jeder Trainer hat sein eigene Philosophie.“ Was ist seine? „Mir geht es vor allem darum, jeden Spieler genau kennenzulernen. Denn nur, wenn man weiß, wie ein Sportler tickt, kann man sein volles Potenzial herauskitzeln.“

Er selbst hat während seiner aktiven Zeit die Höhen und Tiefen des Sports miterlebt: „Der Aufstieg mit Nettelstedt in die 1. Liga war ein Highlight.“ Äußerst ungern erinnert er sich an eine Verletzung, die er in einem Spiel gegen Kiel erlitt: „Torge Greve fiel so unglücklich auf mein Bein, dass es viermal gebrochen war. Aber ich habe mich wieder herangekämpft.“

Der Linksaußen war ohnehin ein Kämpfertyp, der auch in der Abwehr ordentlich zupacken konnte. Insofern passt er sehr gut nach Söhre. Für seinen großen Kampfgeist ist das Team bekannt. Aber der gebürtige Quickborner will die Mannschaft auch spielerisch entwickeln: „Natürlich liebe ich das Tempospiel, aber dafür braucht man die richtigen Spieler.“ Und die gebe es bei den Sportfreunden.

Umfangreiches Netzwerk

„Das Gros des Kaders soll zusammen bleiben“, sagt Klubchef Ihmann. Bei möglichen Verstärkungen kann wiederum Bertow behilflich sein. Er betont: „Ich verfüge über ein umfangreiches Netzwerk.“ Wobei er weiß, dass ihm in Söhre längst nicht jeder Wunsch erfüllt werden kann. Die finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt. „Aber gerade das macht die Sache auch reizvoll“, meint Bertow.

Übrigens gilt der zunächst für ein Jahr geschlossene Vertrag auch für die zukünftige Regionalliga. Aber an einen Abstieg glauben weder Bertow noch Ihmann. Sie sind überzeugt: „Söhre ist mittlerweile ein fester Bestandteil in Liga drei.“ Die Amtszeit des neuen Coaches beginnt am 1. Juli 2024. Und damit eine neue Zeitrechnung im Handballdorf Söhre.

  • Sport
  • Söhre
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.