Brandgefahr

Falsch entsorgte Batterien und Akkus: Der ZAH schlägt Feuer-Alarm

Kreis Hildesheim - In der Kritik stehen gerade E-Zigaretten, von deren alten Akkus zunehmend eine Brandgefahr ausgeht. Aber dieses Problem muss noch viel weitgefasster gesehen werden, sagt ZAH-Geschäftsführer Jens Krüger. Er gibt Tipps, wie Batterien und Akkus korrekt entsorgt werden können.

Feuer in einem abgestellten Container auf der Deponie in Heinde im Kreis Hildesheim– vermutlich ausgelöst durch illegal entsorgte Batterien. Foto: Jens Krüger

Kreis Hildesheim - Falsch entsorgte Akkus und Batterien sind eine zunehmende Brandgefahr. Immer häufiger gelten sie als Ursache für Brände in Deponien, Müllautos und Recyclinghöfen. Jens Krüger, Geschäftsführer des Zweckverbands Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH), sieht darin eine stetig wachsende Gefahr. „Aber: Jeder kann dazu beitragen, solche Vorfälle zu verhindern.“

Trend zu Geräten ohne Stecker

Ist es Unwissen oder gar Bequemlichkeit? „Das kann ich nicht sagen, aber das Problem wird uns künftig immer stärker beschäftigen“, prognostiziert der 62-jährige ZAH-Chef. Denn der Trend zu Geräten ohne Stecker steige mehr und mehr. Somit auch das Risiko, dass diese Produkte früher oder später in den Hausmüll geworfen werden. Teilweise passiere das auch unbewusst, denn vielen sei gar nicht klar, wo überall Akkus oder Batterien mit verbaut sind.

Gerade Spielzeug sei dafür ein gutes Beispiel, aber auch zunehmend Laptops, Telefone. Autoschlüssel, Rauchmelder, Kopfhörer, Fernbedienungen, Gartengeräte, Thermostate, sogar kleine Grußkarten mit Musik ziehen ihre Energie aus Batterien, Akkus oder kleinen Knopfzellen.

Für einen Anstieg der Brand-Vorfälle ist vor allem auch ein noch relativ neuer Wegwerfartikel verantwortlich: Einweg-E-Zigaretten, sogenannte Vapes. Sie landen immer häufiger im Hausmüll oder in öffentlichen Abfalltonnen. Aber auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: Über die Adventstage steigt der Verbrauch in Haushalten an Akkus und Batterien durch zahlreiche Lichterketten und Weihnachtsdeko oft rasant an.

Beschädigung oder Hitzeeinwirkung

Um so wichtiger sei es, dass die kleinen Energiequellen korrekt entsorgt werden, damit sie keinen Kurzschluss auslösen können. Kurzschlüsse sind wiederum durch Beschädigungen, Hitzeeinwirkung oder falsche Lagerung möglich – zum Beispiel, wenn die äußeren Batteriepole in Kontakt kommen und dabei Metall auf Metall trifft. „Das bedeutet, dass das jeweilige Gerät unbedingt vom Akku getrennt, also befreit, wird“, betont Krüger. Zusammen dürfe es auf keinen Fall in die Restmülltonne. Sonst passiere es immer wieder, dass es plötzlich brennt.

So hat er es schon mehrfach in der Umschlaghalle an der Deponie Heinde erlebt, wenn der Radlader mit der großen Schaufel den Müll aufnimmt und dabei eine Batterie oder einen Akku beschädigt. Dabei können gerade Lithium-Ionen-Akkus und Lithium-Batterien aufplatzen. Kommt der Inhalt mit Sauerstoff in Kontakt, entzündet er sich selbst.

Flammen im Müllwagen

Das kann auch schon im Müllwagen geschehen, wenn der eingesammelte Hausmüll unter hohem Druck stark zusammengepresst wird, erläutert Krüger. Fangen Akkus oder Batterien erstmal an zu brennen, dann können sich die Löscharbeiten über Stunden hinziehen. Er erinnert an einen A7-Unfall im März 2023 mit einem Lastwagen voller Elektroschrott, der nahe der Anschlussstelle Hildesheim in Brand geraten war. „Die Löscharbeiten zogen sich sehr lange hin, weil die Hitze besonders schwierig zu bekämpfen ist.“ Zudem entstehen giftige Gase – eine Gefahr für Mitarbeitende, Einsatzkräfte und Umwelt.

Laut Umweltbundesamt wird bundesweit nur etwa die Hälfte der handelsüblichen Batterien und Akkus korrekt entsorgt. Der Rest lande häufig verbotenerweise im Abfall oder in der Natur. Der Bund Deutscher Entsorgungswirtschaft (BDE) hat die bundesweite Kampagne Batterie: Brennpunkt gestartet. Darin schlägt der Verband unter anderem ein Pfandsystem auf Batterien und Akkus vor, um Anreize zu schaffen, alte Geräte nach Gebrauch zurückzugeben.

ZAH-Chef Krüger rät, die Batterien und Akkus an Sammelboxen in Supermärkten und Drogerien abzugeben oder aber direkt an der Deponie. „Um sie vorher wirklich unschädlich zu machen, gibt es eine einfache Methode: Über die eine Seite der Batterie einfach ein Stück Tesafilm zu kleben, um so Kurzschlüsse und Brände zu vermeiden.“

Weitere Infos zu einer korrekten Müllentsorgung bietet der ZAH unter dem Stichwort Sortierhilfe. Eine kostenlose Annahme von Elektroschrott bietet der ZAH im Entsorgungszentrum Heinde sowie den Wertstoffhöfen in Alfeld, Elze, Hildesheim, Lamspringe und Sarstedt.

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