Alfeld/Kreis Hildesheim - Das Problem mit fehlerhaften Stempeln im Impfzentrum Alfeld betrifft mehrere hundert geimpfte Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises. Das hat die Kreisverwaltung jetzt auf HAZ-Nachfrage eingeräumt. 650 Menschen hätten sich allein über die Mailadresse alf-impfen@landkreishildesheim.de gemeldet, viele weitere hätten angerufen oder seien im Impfzentrum vorbeigekommen. Den Fehler zu beheben, ist offenbar umständlich und mühsam, Betroffene brauchen Geduld.
Es ist nur eine Ziffer gewesen, aber die hatte es in sich. 31161 Alfeld stand auf dem Stempel, mit dem Beschäftigte des Impfzentrums die Impfpässe von Besucherinnen und Besuchern auszeichneten. Doch die Postleitzahl der Leinestadt lautet 31061. Ein aufmerksamer Alfelder bemerkte den Fehler und reklamierte ihn sofort – aus Sorge, sein Impfpass könnte im Fall einer Kontrolle als Fälschung betrachtet werden. Der Kreis hatte keine Erklärung für die falschen Stempel, zog sie aber sofort aus dem Verkehr. Zunächst war unklar, wie viele Geimpfte betroffen sind. Nun wird die Dimension langsam deutlich.
Abgleich mit dem Landessystem
Den Fehler auszubügeln, wird nach Angaben des Landkreises gar nicht so einfach. Und ist theoretisch noch nicht mal notwendig: „Die fünf Kriterien zur Dokumentation einer Impfung sind erfüllt, eine Änderung ist demnach nicht zwingend erforderlich“, stellt die Kreisverwaltung „nach eingehender Prüfung der Rechtslage“ fest. Dennoch wolle man auf Wunsch der Betroffenen die Korrekturen vornehmen.
Dafür müsse man aber nun in jedem einzelnen Fall im Meldesystem des Landes nachprüfen, dass der Betroffene auch tatsächlich im Alfelder Impfzentrum immunisiert wurde. Bestätigt sich das, könne das Impfzentrum aber nicht einfach neue Impfausweise ausstellen oder die alten korrigieren.
Extra-Papier nötig
Stattdessen sollen Betroffene nun sogenannte Zusatzbescheinigungen erhalten. Auf diesen Papieren wird die richtige Anschrift des Impfzentrums Alfeld bestätigt, sie müssen dem Impfausweis beigefügt werden.
Der Landkreis arbeitet diese Bescheinigungen in der Reihenfolge ab, in der sich Betroffene gemeldet haben. Die haben indes auf ihre E-Mails hin bisher noch nicht alle Antworten bekommen. Wegen „technischer Probleme“ hätten einzelne aber ihre automatischen Antworten nicht erhalten, räumt der Landkreis ein. Diese sollten nun Zwischennachrichten und „zeitnah“ auch ihre Zusatzbescheinigungen erhalten.
Das Impfzentrum Alfeld versorgt Einwohnerinnen und Einwohner von Alfeld, Bad Salzdetfurth, Bockenem, Elze, Freden, Holle, Lamspringe, Leinebergland, Nordstemmen und Sibbesse.
