Trickbetrug

Falscher Polizist: Weiterer Hildesheimer Senior wird Opfer der Betrugsmasche

Kreis Hildesheim - Erneut gelang Trickbetrügern die Betrugsmasche: Ein weiterer Senior aus Hildesheim hat falschen Polizisten Bargeld übergeben – und wurde um eine fünfstellige Summe gebracht. Die Polizei gibt Präventionstipps.

Erneut hatten falsche Polizisten mit ihrer Betrugsmasche in Hildesheim Erfolg. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Kreis Hildesheim - Ein mutmaßlicher Trickbetrüger saß am Dienstag vor dem Landgericht Hildesheim, weil seine Bande eine 86-Jährige um zehntausende Euros betrogen haben soll – am selben Tag ist ein weiterer Senior einer ähnlichen Masche zum Opfer gefallen. Auch ihm wurde vorgegaukelt, es mit Polizisten zu tun zu haben: So wurde er um eine fünfstellige Summe gebracht.

Es begann gegen 9 Uhr morgens: Um diese Uhrzeit erhielt der Hildesheimer einen Anruf von einer aufgelösten Frau, die weinte. Es sei etwas Schlimmes passiert, berichtete sie dem Senior am Telefon – dann übernahm ein Mann den Hörer. Dieser gab sich als Polizist aus und sprach von einem schweren Unfall, den die angebliche Tochter des Mannes verursacht habe. Sie sei nun in Gewahrsam und könne nur auf Kaution entlassen werden. Kurz nach diesem Anruf rief den Mann noch ein angeblicher Oberstaatsanwalt an – dieser sagte ihm, die Kaution sei auf eine fünfstellige Summe festgelegt worden.

Gespräche ausgeschmückt

Nach Angaben der Polizei schmückten die unbekannten Anruferinnen und Anrufer die Gespräche stark aus, außerdem bekam der Senior genaue Anweisungen, was er wie machen sollte. In der Folge besorgte er das Geld und übergab es wie vereinbart an einen Mann in der Nähe seiner Wohnung in der Schützenwiese. Erst am Abend wurde dem Senior bewusst, dass er auf Betrüger hereingefallen war.

Die Täterbeschreibung

Der Abholer des Geldes wurde von dem Opfer folgendermaßen beschrieben: Er sei zwischen 35 und 40 Jahre alt und 1,70 Meter groß. Der Mann sah laut des Seniors südeuropäisch aus, habe eine dickliche Statur und dunkle, kurze Haare – einen „normalen Männerhaarschnitt“, heißt es. Der Betrüger trug eine schwarze Winter-Steppjacke und eine schwarze Hose. Er sprach akzentfreies Hochdeutsch.

Zeugen, die zu dem Abholer oder der Tat Angaben machen können, mögen sich mit der Polizei Hildesheim unter der Telefonnummer 05121-939-115 in Verbindung setzen.

Tipps der Polizei zur Prävention

Im Zusammenhang mit dem erneuten Betrug gibt die Polizei wieder Präventionstipps, die man bei ungewöhnlichen Anrufen beachten sollte. Zum einen bittet die Polizei niemals um Geldbeträge oder Wertgegenstände. Angerufene sollten auch nie Auskunft zu ihren persönlichen und finanziellen Verhältnissen geben. Wenn ein Anrufer um Stillschweigen bittet, sollte der Angerufene auf jeden Fall mit jemandem über den Vorfall sprechen.

Ein weiterer Tipp: Niemals Geld an einem vereinbarten Ort wie einem Briefkasten oder einer Mülltonne hinterlegen – und auch nicht an Personen übergeben, die man nicht kennt. Zu guter Letzt rät die Polizei, sich nicht von fremden Anrufern unter Druck setzen zu lassen. „Wir brauchen die Unterstützung jedes Einzelnen, damit die Betrüger keine Chance haben“, appelliert Polizeisprecherin Kristin Möller. „Bitte sprechen Sie mit ihren Angehörigen, Nachbarn und Freunden über die Betrugsmaschen und geben Sie die unten angegebenen Tipps weiter“.

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