Buntes Spektakel

Trotz Unwetter: Schützenfest soll mit kurzer Verzögerung starten – die wichtigsten Veranstaltungen von Feuerwerk bis Festumzug

Hildesheim - Das Schützenfest trotzt dem Unwetter. Rund um das Fest gibt es eine Menge Veranstaltungen, Höhepunkt ist dabei traditionell der Festumzug. Hier gibt es die Marschroute und alle weiteren wichtigen Infos und Termine.

Am Sonntag werden beim Schützenumzug mehr als 2000 Teilnehmende erwartet. Foto: Christian Gossmann (Archiv)

Hildesheim - Bevor am Donnerstag das Unwetter losbrach, sind bereits erste Besucherinnen und Besucher zum Hildesheimer Volksfestplatz gekommen, um das Schützenfest zu feiern. „Als dann der Regen losging, haben wir sie wieder nach Hause geschickt“, berichtet Platzmeister Manfred Jüngerkes. Die Schausteller seien heutzutage dank Warn-Apps und Wettervorhersagen auf solche Situationen vorbereitet und hätten alle Fahrgeschäfte rechtzeitig wetterfest gemacht, sagt er weiter. Zu Schäden sei es nicht gekommen. „Ich war am Abend selber für die Haxenvesper im Zelt“, sagt Jüngerkes. Von den angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern seien ungefähr 90 Prozent trotz des Regens erschienen.

Am heutigen Freitag sollte der Festbetrieb eigentlich schon ab 14 Uhr starten. Je nach Wetterlage verschiebe sich der Start nun aber zwei bis drei Stunden nach hinten, so Jüngerkes. „Zum Nachmittag hin soll es sich ja wieder beruhigen“, sagt der Platzmeister. Am Abend soll dann sogar die Sonne rauskommen. Dem Höhenfeuerwerk stehe dann nichts mehr im Wege.

Wann beginnt das Höhenfeuerwerk?

In der Andreaskirche beginnt um 17 Uhr noch ein Gottesdienst mit Fahneneinmarsch, zu dem alle, die teilnehmen möchten, willkommen sind. Hinterher geht es dann mit der Hildesheimer Schützengesellschaft von 1367 und der Junggesellenkompanie von 1831 in einem gemeinsamen Marsch zum Volksfestplatz.

„Ab 18 Uhr kommen die ersten geladenen Gäste zur traditionellen Vesper“, berichtet der Platzmeister Manfred Jüngerkes. Dort, im Festzelt, wird Oberbürgermeister Ingo Meyer um 19 Uhr das Fassbier anstechen und das Hildesheimer Schützenfest offiziell eröffnen. Später am Abend, gegen 22.45 Uhr, soll dann das große Höhenfeuerwerk den Hildesheimer Nachthimmel erleuchten.

Wo hat man die beste Sicht auf das Feuerwerk?

Es gibt viele Orte in der Stadt, von wo aus man die bunten Explosionen betrachten kann. Wer auf dem Volksfestplatz den Kopf in den Nacken legt, wird eine gute Sicht darauf haben. Es könnte sich auch lohnen, zum Start des Feuerwerks in einer Gondel des 40 Meter hohen Riesenrads zu sitzen, das in diesem Jahr erstmals auf dem Schützenfest seine Runden dreht.

Im Gespräch mit der HAZ hat Platzmeister Jüngerkes aber noch einen Tipp gegeben: „Oberhalb des Volksfestplatzes ist der Kauflandparkplatz.“ Von dort aus hat man nicht nur eine gute Sicht auf den leuchtenden Trubel unten auf dem Platz. „Da stehen auch gerne Leute zum Feuerwerk.“

Welche besonderen Aktionen sind am Samstag geplant?

Am Samstag beginnt der Festbetrieb wie geplant um 14 Uhr. Am Abend soll es dann ein Jubiläumskonzert der Band Dick&Durstig geben. „Die feiern dort ihr 35-jähriges Bestehen“, sagt Jüngerkes. Der Kartenvorverkauf dafür ist zwar schon beendet, die Abendkasse öffnet aber um 18.15 Uhr. Wer ein Ticket an der Abendkasse kauft, muss sich auf einen Stehplatz einstellen. Die Karten für die Sitzplätze sind bereits vergriffen.

Höhepunkt am Sonntag: Festumzug durch die Stadt

Für den Zugleiter Jürgen Breymann weckt der traditionelle Festumzug durch Hildesheim jedes Mal glückliche Kindheitserinnerungen. Vielen Hildesheimerinnen und Hildesheimern dürfte es ähnlich gehen. Der Festumzug ist traditionell der Höhepunkt des Schützenfestes. „Um Punkt 13 Uhr hebe ich auf dem Marktplatz die Hand. Dann gehen wir los“, sagt Breymann.

Doch schon eine Stunde vorher können Schaulustige sich auf dem Rathausplatz versammeln und der Proklamation der besten Schützinnen, Schützen und Junggesellen beiwohnen. Geehrt werden Stadtkönig und Stadtkönigin, Stadtjugendkönig und -königin, außerdem werden der Bürgerbecher, die Bürgerscheibe, der Jugendbürgerbecher und die Handwerkerscheibe verliehen.

Bevor die Gruppierungen ihre Stellungen beim Festumzug einnehmen, präsentieren sich die einzelnen Musikzüge auf dem Marktplatz. „Die gehen einmal um den Brunnen herum, machen ihre Musik und gehen dann in ihre Stellung“, berichtet Breymann.

„600 bis 700 Kilo Süßigkeiten gehen durch die Luft“

Knapp zweieinhalb Tausend Teilnehmende sollen den Umzug zu einem bunten Spektakel machen. Ganz vorne startet die Polizei zu Pferde, dahinter kommt die Festzugleitung mit Breymann. Ihr folgen mehr als 100 Gruppierungen, darunter Sport- und Sozialverbände, Feuerwehren, Akteure der Hildesheimer Lichterfahrt und viele weitere außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten.

So sollen etwa zwei Rikschas mit historischen Figuren mitfahren, die Firma Autogyro präsentiert ihren neuen Tragschrauber, das Theater für Niedersachsen ist dabei, ebenso wie die Weinkönigin Jessica Hoffmann oder zwanzig Cosplayer vom Deep Red Movie Shop.

Insgesamt begleiten 460 Musikerinnen und Musiker den Zug. Es wird also nicht nur bunt, sondern auch laut in der Stadt. Breymann rechnet mit vielen strahlenden Kinderaugen. Er habe alle Teilnehmenden dazu angeregt, wieder mit kleinen Bollchen um sich zu schmeißen. „Wenn das rausfliegt, was mir gesagt wurde, gehen 600 bis 700 Kilo Süßigkeiten durch die Luft.“

Vom Marktplatz aus bewegt sich der Umzug durch die Rathausstraße zur Zingel und am Hindenburg-Platz vorbei. Von dort aus geht es durch die Goslarsche Straße und die Sedanstraße (Mitte) zur Wörthstraße bevor der Umzug durch die Goschen- und die Annenstraße zur Keßlerstraße gelangt. Schließlich laufen die mehr als 2000 Teilnehmenden die Wollenweber- und die Schuhstraße hinab.

Durch die Kardinal-Bertram-Straße gelangt der Festzug dann zur Schützenallee. Dort ist auch die Ehrentribüne aufgebaut, auf der sich die Hildesheimer Politprominenz versammelt. Zuletzt geht es durch die Straße Am Pferdeanger, ehe der Zug über die Straße Vor der Lademühle den Volksfestplatz erreicht.

Stadt warnt vor Verkehrsbehinderungen

Während des Umzugs sei in der Stadt mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen, teilt die Stadt Hildesheim mit. Die Verwaltung empfiehlt deshalb, die Umzugsroute weiträumig zu umfahren und den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Damit der Umzug und die Zuschauenden nicht durch parkende Fahrzeuge behindert werden, darf nicht an der Marschroute geparkt werden. Fahrzeuge, die dann dennoch im Halteverbot stehen, würden kostenpflichtig abgeschleppt, heißt es aus dem Rathaus.

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