Hildesheim - Bürger und Stadtteilpolitikern aus der Neustadt wünschen sich Klarheit darüber, ob sie bei der Energieversorgung des Quartiers künftig auch auf Fernwärme setzen können: Ortsbürgermeister Tobias Eckardt (SPD) berichtete in der jüngsten Ortsratssitzung dieser Tage von entsprechenden Anfragen, unter anderem aus der Keßlerstraße. Der Ortsrat will dem Informationsbedürfnis nachkommen: Wie Eckardt ankündigte, werde Stadtwerke-Chef Mustafa Sancar oder ein anderer hochrangiger Vertreter des Unternehmens im letzten Quartal dieses Jahres im Ortsrat über die Fernwärme-Pläne der EVI sprechen.
Die Bundesregierung will mit dem geplanten Heizungsgesetz den Einsatz fossiler Brennstoffe und den damit verbundenen Ausstoß von Kohlendioxid abbauen – das stellt Hauseigentümer vor die Entscheidung, wie sie ihre Gebäude in Zukunft mit Energie versorgen. Doch in der von Fachwerkhäusern dominierten Keßlerstraße seien viele Grundstücke zu klein, um darauf Wärmepumpen unterzubringen, berichtete eine Anwohnerin im Ortsrat – sie wollte daher wissen, ob sie und ihre Nachbarn auf eine dezentrale Versorgung durch Fernwärme hoffen können. „Wir brauchen Klarheit, wo das in der Neustadt möglich wird und wo es in den nächsten 20 Jahren nicht dazukommt“, sage FDP-Ortsratsmitglied Henner Lenfers.
Stadtwerke-Chef will im letzten Quartal 2024 im Ortsrat informieren
Antworten erhoffen sich der Liberale und dessen Stadtteilkollegen vom angekündigten Auftritt Sancars. Dass es bis dahin noch mehrere Monate dauert, erklärte Ortsbürgermeister Eckardt mit einem entsprechenden Wunsch des Stadtwerke-Chefs: Nach dessen Angaben arbeite man derzeit intensiv an den Ausbäuplänen. CDU-Politiker Dirk Bettels zeigte sich mit Blick auf manche Neustadt-Straßen skeptisch: Er frage sich, die zusätzliche Leitungen in den engen Gassen Platz finden sollen.
