Energiewende

Fernwärme fürs ganze Dorf? So ist der Stand der Dinge in Adensen

Adensen - Fernwärme kann in der aktuellen Debatte um die Zukunft des Heizens zur Trumpfkarte werden. Ein Dorf im Kreis Hildesheim hat besonders große Pläne – und die werden immer konkreter.

Eine der Adenser Biogasanlagen, deren Abwärme das geplante Netz speisen soll. Foto: HAZ-Archiv

Adensen - Bekommen bald mehr als 200 Haushalte in Adensen Fernwärme – geliefert von einer Genossenschaft, die den Bürgerinnen und Bürgern selbst gehört? Dieses Modell wird derzeit in dem Nordstemmer Ortsteil vorangetrieben – und eine Umsetzung wird immer wahrscheinlicher.

Genossenschaft als Betreiber?

Die Idee ist ähnlich wie in Bockenem, wo ebenfalls ein Fernwärme-Projekt vorangetrieben wird: Für ein mögliches Fernwärmenetz soll die Abwärme der beiden Biogasanlagen am Ortsrand genutzt werden. Deren Gesellschafter unterstützen intensiv die Idee eines Wärmenetzes „vom Dorf für das Dorf“, wie es der Ortsrat nennt. Seit 2011 sind bereits rund 30 Haushalte angeschlossen.

Anders als in Bockenem wollen die Adenser eine Genossenschaft als Betreiber und Versorger gründen. Eine Satzung ist bereits ausgearbeitet. Ein Ingenieurbüro hat begonnen, auf Basis der von den Adensern dargestellten Anforderungen und Wünsche ein Wärmenetz zu planen. Eine Arbeitsgruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger feilt derzeit an Kalkulationsmodellen, um mögliche Preise sowohl für die Wärme selbst als auch für Genossenschafts-Anteile zu ermitteln.

Entscheidung in diesem Jahr?

Nach den Sommerferien wollen die Initiatoren zur nächsten großen Informations-Veranstaltung einladen – zu einem ersten Termin dieser Art im Vorjahr kamen rund 150 der 900 Einwohnerinnen und Einwohner. Schon im Juni soll ein Bürgerbüro eingerichtet werden, in dem Fragen beantwortet werden. Der Ortsrat strebt nach den Sommerferien eine zügige Entscheidung darüber an, ob das Wärmenetz wirklich kommt – was wiederum entscheidend vom Interesse und der Beteiligungsbereitschaft der Bevölkerung abhängt. Es gehe um eine „preiswerte, regenerative und langfristige Wärmequelle“, wirbt der Ortsrat – und es gebe „ein Zeitfenster fütr Fördergeld“.

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