Ein leicht bewölkter Nachmittag in Hildesheims Innenstadt. Das passt perfekt zur Baustelle, die Sebastian McGhee gerade besichtigt, denn das Wetter spielt bei Baumaßnahmen eine große Rolle. McGhee ist bei der EVI zuständig für Netzprojekte, also für die Planung und den Bau von Infrastruktur, die dann unter der Erde verborgen für ein gutes, komfortables Leben in Hildesheim sorgt.
Heute für die Zukunft gebaut: In der Rathausstraße werden Leitungen verlegt, um Haushalte und Unternehmen ans Fernwärmenetz der EVI anzuschließen. Mit diesem Ausbau bietet die EVI die gute Möglichkeit einer klimafreundlichen und verlässlichen Wärmeversorgung. Hausbesitzerinnen und -besitzer sind damit die Sorgen um das künftige Heizen ihrer Immobilien los und die Stadt Hildesheim ist bei der kommunalen Wärmeplanung einen Schritt weiter. Alle Informationen rund um die EVI Fernwärme finden Sie hier: https://www.evi-hildesheim.de/fernwaerme
„Die Reihenfolge der Straßen, die wir angehen, ergibt sich aus der Nachfrage nach unserer Fernwärme“, sagt Sebastian McGhee, „und das ist der Fall, weil das Ärztehaus am Ratsbauhof dabei ist.“ In einem 330 Meter langen Graben werden hier 660 Meter Leitungen für den Vor- und Rücklauf verlegt. Sebastian McGhee: „Wenn ich die staunenden Kinder hier sehe, macht mir das sehr deutlich, dass wir hier für die gute Zukunft heutiger und künftiger Generationen bauen.“
650 Bohrungen für mehr Sicherheit
Auf der Baustelle stand zunächst eine Herausforderung auf dem Aufgabenzettel: Wie in vielen deutschen Städten besteht auch in Hildesheim die Möglichkeit, bei Tiefbauarbeiten auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu treffen. Auch das Areal rund um die Rathausstraße ist als sogenannter Kampfmittelverdachtsfall ausgewiesen und erforderte besondere Vorarbeiten: Eine Spezialfirma nahm auf der relativ kleinen Fläche 650 Bohrungen bis in sechs Meter Tiefe vor. In jede Bohrung wurde eine Sonde hinuntergelassen, die die Umgebung auf Metallobjekte prüfte. Am Ende gab's die Bestätigung: alles sicher, kein Fund, grünes Licht für die Baustelle.

Alles auf Zukunft
„Wir denken schon weiter, denn die Versorgung mit Fernwärme ist eine Herzensangelegenheit für die EVI“, sagt Sebastian McGhee. „Weitere Baumaßnahmen in der Binderstraße, der Teichstraße und der Steingrube werden auch dort die Möglichkeit eröffnen, an das Fernwärmenetz der EVI angeschlossen zu werden.“ Die Anforderungen des Wärmeplanungsgesetzes bezüglich des Anteils von erneuerbaren Energien bei der Erzeugung von Wärme werden bereits jetzt erfüllt. Die Errichtung und der Betrieb von Wärmenetzen und den zugehörigen Erzeugungsanlagen sind von überragendem öffentlichem Interesse.

Nachhaltiges Backup
Von der Rathaus- zur Bördestraße, wo in diesem Herbst ein neues Heizkraftwerk in Betrieb gehen wird. Als Backup zum bestehenden HKW in der Speicherstraße soll es in Spitzenlastzeiten nachhaltig Strom und Wärme erzeugen und helfen, den steigenden Fernwärmebedarf in Hildesheim auch künftig zuverlässig zu bedienen. Dank Kraft-Wärme-Kopplung werden eine hohe Flexibilität und Effizienz erreicht. „Perspektivisch peilen wir eine Versorgung von 2.500 weiteren Haushalten an“, sagt Klaus Blome, Leiter des Bereichs Fernwärme bei der EVI. „Mit uns gut leben – heute und in Zukunft!“

