Hildesheim - Vielleicht ein bisschen übermütig, aber dann voller Angst: Sonntagfrüh versucht ein Reh die Phoenixstraße am Moritzberg zu überqueren und durch das Gitter über dem Bachlauf des Kupferstrangs auf die andere Seite zu fliehen. Doch dabei blieb es mit den Hinterläufen stecken.
Es schrie wie ein kleines Kind“, berichtet Jörg Müller von der Berufsfeuerwehr Hildesheim, der mit zwei Kollegen zur Rettung herbeigerufen wurde. Gegen 8 Uhr am Sonntag hatte eine Passantin das zappelnde Reh entdeckt und gleich in der Leitstelle der Polizei angerufen. Die Helfer waren wenige Minuten später vor Ort. Ein der Polizisten nahm Kontakt mit einem Jäger auf, erzählt Müller.
Das Tier denkt, dass es dunkel ist, dann wird es still.
Doch die drei von der Feuerwehr handelten sofort. „Einer von uns hat dem Reh eine Decke über den Kopf gelegt, damit es sich beruhigt“, erzählt Müller. „Das Tier denkt, dass es dunkel ist, dann wird es still.“ Der Plan funktionierte, das Tier, dass vorher wie wild gezappelt hat, hielt still. Müller konnte die Hinterläufe greifen, um es zu halten, während der Dritte aus dem Hilfeleistungswagen einen hydraulischen Spreizer holte.
Mit dem drückte er vorsichtig die beiden Geländestreben auseinander. Der andere Kollege zog die Decke vom Kopf des Tieres, und Müller ließ die Hinterläufe los. Keine Sekunde später sahen die Männer nur noch das Hinterteil des fliehenden Rehs, das im Dickicht entlang des Kupferstranges verschwand.
Flucht nach der Rettung
„Das Tier muss so etwa 15 bis 20 Kilogramm schwer sein“, schätzt Müller, für den das der erste Einsatz dieser Art war. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass im Bereich Kupferstrang Rehe gesichtet wurden.
Das weiß auch der Moritzberger Ortsbürgermeister Erhard Paasch zu berichten, der immer wieder darauf aufmerksam gemacht worden ist und auch Bilder und ein Video zugeschickt bekommen hat, das von einem Beobachter aus dem Neubaugebiet aufgenommen worden ist.
„Seit April diesen Jahres habe ich Meldungen bekommen“, hat Paasch vor Kurzem mitgeteilt. Vereinzelt wurden junge Rehe sogar im Bereich Kupferteich und Trillke gesichtet.


