Hildesheim - Die Silvesternacht in Hildesheims Innenstadt verlief weitestgehend ruhig, zumindest auf den Straßen, die weitestgehend leer blieben. Für die Feuerwehr gab es wiederum einiges zu tun – und auf den einzelnen Partys in den Kneipen und Lokalen feierten die Menschen ausgiebig. So zum Beispiel in der Licht.n.Stein-Lounge im Ratskeller. Um 22 Uhr war die Tanzfläche bereits voll, die Veranstaltung ausverkauft. Um Mitternacht folgte ein „musikalisches Feuerwerk“ auf dem Marktplatz – schließlich herrscht dort Böllerverbot.
Auch im Deseo am Hindenburgplatz sorgte ein DJ für die richtige Stimmung. Geschäftsführer Achim Christ war zufrieden mit den gut 100 Menschen, die gekommen sind: „Alle haben aufgegessen und jetzt wird getanzt“, verkündete er kurz vor 23 Uhr. Die Silvesterpartys im Old Inn und Hemingway waren ebenfalls gut besucht, die Menschen tanzten oder saßen in gemütlicher Runde zusammen. Draußen blieb es am Abend bis auf das gelegentliche Knallen der Feuerwerkskörper ruhig, der Hindenburgplatz und die Schuhstraße leer.
Keine ruhige Nacht für die Feuerwehr
Für die Hildesheimer Feuerwehren sah die Nacht ganz anders aus. Bereits um 19 Uhr riefen gleich zwei Menschen die Feuerwehr zu einem Brand in der Triftäckerstraße. Aus der Holzverkleidung eines Gebäudes schlugen Flammen, der Dachstuhl brannte. Die Berufsfeuerwehr zusammen mit den Freiwilligen Feuerwehren aus Achtum, Einum, Bavenstedt und Drispenstedt konnten den Brand jedoch in seiner Entstehungsphase löschen, verletzt wurde niemand. Laut Polizei brach der Brand vermutlich durch einen Böller in der Dachrinne aus.
Kurz vor Mitternacht dann ein weiterer Einsatz: In der Jordanstraße brannte gegen 23.50 Uhr ein Balkon, auch zwei Wohnungen waren betroffen, auf die das Feuer übergriff. Ein Sprecher der Feuerwehr teilt mit, dass sich der Brand im Nachhinein schlimmer darstellte, als zunächst angenommen. Der Brandauslöser war laut Polizei eine Rakete, die auf einem Balkon explodierte. Zwei Trupps unter schwerem Atemschutz von der Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren aus Bavenstedt und Drispenstedt gingen ins Haus, verhinderten, dass sich der Brand weiter ausbreitete und löschten das Feuer zügig. Trotz des großen Schadens sei aber niemand verletzt worden. Die Bewohnerinnen und Bewohner der zugehörigen Wohnung sowie der Nachbarwohnung konnten rechtzeitig evakuiert werden, jedoch sind ihre Appartments vorerst unbewohnbar.
Zeitgleich weiterer Einsatz
Noch während der Großteil der Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr in der Jordanstraße war, ging um 0.30 Uhr der nächste Alarm ein: In der Martin-Luther-Straße in der Nordstadt hat der Balken eines Dachstuhls gebrannt, ebenfalls vermutlich wegen einer Rakete, so der Feuerwehr-Sprecher. Vor Ort waren wegen des parallelen Einsatzes der Berufsfeuerwehr in Drispenstedt neben vier Kräften der Berufsfeuerwehr die Freiwilligen Wehren aus Sorsum, Achtum, Uppen, Drispenstedt und Einum. Nach etwa einer Stunde war das Feuer gelöscht.
Zudem rückten die Einsatzkräfte aus, als eine bislang unbekannte Person in der Marienburger Straße einen Altpapiercontainer mit einem Böller in Brand setzte. Das Feuer schlug über, ein weiterer Altpapiercontainer sowie drei Altkleidercontainer brannten ebenfalls und wurden beschädigt.
Kind durch Rakete verletzt
Ein Kind wurde zudem vor dem Hildesheimer Hauptbahnhof verletzt, als gegen 22.25 Uhr ein Mann einen Raketenkopf unmittelbar vor dem Eingangsbereich anzündete. Als die Rakete explodierte, ging eine Frau mit ihrem vierjährigen Kind vorbei. Das Kind wurde durch die Rakete leicht verletzt, seine Kleidung beschädigt. Die Polizei konnte den mutmaßlichen Täter noch in der Silvesternacht ermitteln, teilen die Beamten mit.
Darüber hinaus rückten die Feuerwehren drei Mal zu alarmierten Brandmeldeanlagen aus. Zwei Mal waren dem Feuerwehrsprecher zufolge Böller oder Zigarettenrauch in Treppenhäusern der Arneken-Galerie Auslöser. Dazu kam die Brandmeldeanlage des Novotels, hier ist der Grund laut Sprecher noch unklar.
Insgesamt sind die Feuerwehren zu gut 50 Einsätzen gerufen worden, meist Hecken- und Mülleimerbrände. Das trockene Wetter habe die perfekten Voraussetzungen dafür geliefert, dass diese in Brand gerieten, erläutert der Sprecher der Feuerwehr.
Böller bringt Mercedes in Sarstedt zum Brennen
Die Hildesheimer Polizei teilt unterdessen mit, dass es auch für sie viel zu tun gab, es allerdings zu keinen größeren Einsätzen kam. In Sarstedt sind die Beamten gegen 20 Uhr zu einem Einsatz gerufen worden, weil Unbekannte die beiden hinteren Scheiben eines seit geraumer Zeit auf dem Parkplatz in der Saganer Straße stehenden Mercedes zerstörten. Sie warfen auch einen Böller in das unverschlossene Auto, der drinnen explodierte. So geriet der Mercedes kurzzeitig in Brand, noch vor Eintreffen der alarmierten Feuerwehr erlosch das Feuer aber wieder. Der entstandene Schaden wird auf rund 500 Euro geschätzt. Wer Hinweise zu dem Vorfall geben kann, möge sich unter der Nummer 0 50 66/ 98 51 15 bei der Polizei Sarstedt melden.
mit Katharina Brecht
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