Neuhof - Anderen Menschen eine kleine Freude machen, das macht Silke Schridde aus Neuhof bei Lamspringe Spaß. Da passte es sich, dass die Frau in einer Handarbeitsgruppe im Netz die Anleitung für Würmchen aus Wolle fand. Seither häkelt die Frau Würmchen um Würmchen. Ein Karton ging nun an die Trostinsel für trauernde Kinder und Jugendliche in Wolfsburg.
Vom Sorgen- zum Glückswürmchen
Die ersten Würmchen mit gehäkeltem Körper und einer Holzkugel als Kopf mit freundlichem Gesicht hat Silke Schridde für ihre Familie gemacht. Zu der Zeit nannte sie die kleinen Gesellen noch Sorgenwürmchen, so wie sie auch in der Online-Anleitung hießen. Als die Angehörigen mit Würmchen versorgt waren, begann sie weitere Exemplare auszuwildern, wie sie erzählt. „Ich habe sie an Bäume gehängt, an Bushaltestellen ausgesetzt oder in Kaufhäusern“, berichtet die 55-Jährige. Damit die Finder wussten, was sie da gefunden hatten, heftete Schridde ein Zettel an die Würmer: „Lieber Finder! Ich ging nicht verloren, bin nur allein. Darf ich ab jetzt bei Dir sein? Ich bringe Dir Glück.“
Nicht jeder Finder wusste das kleine Geschenk zu schätzen, manchmal fand Schridde ihre Arbeit im nächsten Mülleimer wieder. Aber so manche Verkäuferin war ganz baff, wenn Schridde ihr an der Kasse einen Glücksbringer überreichte. Und weil Glückswürmchen so viel positiver klingt als Sorgenwürmchen, benannte sie ihre Handarbeit einfach um.
Kindern Freude schenken
Einen zehn Zentimeter langen Wurm hat sie in zehn Minuten gehäkelt. Ganze Kartons voll verschenkt sie dann an Einrichtungen wie etwa eine Förderschule bei Peine oder Kinderheime in der Region Gifhorn und Peine. Als Mitglied der Gruppe Quadkinder östliches Niedersachsen beteiligt sie sich nicht nur an der Lichterfahrt in Hildesheim. Mit der Aktion werden Spenden für Kinder gesammelt, die über Weihnachten im Krankenhaus sein müssen. Auch diese Mädchen und Jungen bekommen Glückswürmchen von Silke Schridde, die als Schulbegleiterin im Bockfeld arbeitet.
Glücksbringer kam gerade recht
Viele schöne Rückmeldungen hat die Neuhoferin schon bekommen. Etwa, dass jemand einen Glücksbringer gerade ganz besonders gut gebrauchen konnte. Oder das ungläubige Lächeln einer Politesse, als Schridde ihr einen Glücksbringer reichte. „Mein Ausgleich sind meine Hunde, fünf Whippets, und die Handarbeiten“, sagt Schridde. Wenn sie mit einem Knäuel Wolle auf dem Schoß und einer Häkelnadel in der Hand die Fäden so verschlingt, dass am Ende Glückswürmchen herauskommen, dann ist auch sie glücklich.

