Spiel und Spaß

50 Jahre Rasti-Land bei Elze: Freizeitpark will dieses Jahr eine große Neuheit bieten

Salzhemmendorf/Elze - Schon seit einem halben Jahrhundert lang vergnügen sich Familien aus der Region Hildesheim im Freizeit- und Erlebnispark Rasti-Land. Dort rast im Laufe des Jahres eine weitere Achterbahn – mit einem besonderen Kick.

Salzhemmendorf/Elze - Der Freizeit- und Erlebnispark Rasti-Land bei Elze erwartet in seinem Jubiläumsjahr erneut großen Andrang. Das Gelände gibt es nun schon seit 1973. An diesem Wochenende feiert der Park in der Gemeinde Salzhemmendorf sein 50. Jubiläum. Aus einer ehemaligen Kiesgrube wurde ein populärer Tummelplatz für viele Familien und ihre Kinder – und der soll in absehbarer Zeit um eine Attraktion reicher werden.

Das Interesse an Freizeitparks wie uns ist weiter groß

Steffen Ratzke, Betreiber

Nach einem schwierigen Anfang mit einer Handvoll Fahrgeschäften wuchsen die Besucherzahlen allmählich. 2023 rechnet Betreiber Steffen Ratzke mit einem Anstieg von gut zehn Prozent – dann wären es nahezu 450 000 Menschen, 22 Prozent davon aus Niedersachsen. „Das Interesse an Freizeitparks wie uns ist weiter groß“, erklärt Ratzke. Dennoch muss das Rasti-Land jedes Jahr nachlegen und Anreize schaffen, damit der Andrang groß bleibt.

Achterbahn kostet mehr als eine Million Euro

Als neue Attraktion auf der 185 000 Quadratmeter großen Fläche soll eine neue Achterbahn errichtet werden. Die wird in den nächsten Wochen aus Italien geliefert. Mehr als eine Million Euro kostet das Fahrgeschäft. Das Besondere: Man ist auf den Schienen in einer Höhe von bis zu 15 Metern auch rückwärts unterwegs. Der Name „Verrücktwärts“ ist also Programm.

Bis zu 60 Kilometer pro Stunde beträgt die Höchstgeschwindigkeit. Das Fundament für das Fahrgeschäft ist schon gelegt. Ab Herbst können Besucher erstmals einsteigen. Dem etwa 900 Mitglieder starken bundesweiten Club Roller Coasterfriends zufolge ist diese Achterbahn, die wie ein Traktorgespann aussehen soll, in der Region einzigartig.

Die Achterbahn gehört zu mehr als 35 Fahrgeschäften der Freizeitparks. Zu denen zählen unter anderem Wildwasserbahn, Einschienenhochbahn, Piratenstadt, sieben Bootswasserrutschen und auch ein Hochseilgarten. Beliebt ist seit 2006 zudem der Indoor-Bereich Kid-Dinoworld. Der soll nach der Corona-Zwangspause ab November wieder viele Mädchen und Jungen anlocken.

Künftig auch Übernachtungen

Nach Corona setzen viele auf den Urlaub vor Ort

Isabelle Meser, Rasti-Land-Marketing

„Nach Corona setzen viele auf den Urlaub vor Ort. Wir sind Ziel von Tagesausflügen“, berichtet Isabelle Meser, die sich ums Marketing für das Rasti-Land kümmert. „Wir verkaufen im Jahr 15 000 Jahreskarten für Familien“, hebt Meser hervor.

Der Freizeitpark, einer von 110 kleinen und großen ähnlichen Anbietern in Deutschland, soll künftig auch mit Übernachtungsmöglichkeiten in Ferienhäusern auftrumpfen. Das neue Angebot soll im kommenden Jahr umgesetzt werden. Möglicherweise entsteht auch ein Hotel, diese Pläne sind aber noch nicht konkret.

Wichtig ist für die Betreiber, dass das Gelände 2024 eine weitere Zufahrt bekommt. Von der Kreisstraße 7, die durch den benachbarten Ort Bernstorf-Quanthof verläuft, soll diese neue Zufahrt geradewegs in den Freizeitpark führen. Etwa 500 Meter Straße sind laut Betreiber Ratzke geplant. Die Zufahrt ist bedeutend, weil es bisher nur einen recht engen Tunnel gibt, der von mehr als zwei Meter hohen Fahrzeugen nicht passierbar ist.

67 Festangestellte, 90 Saison- und mehr als 170 Teilzeitkräfte arbeiten im Rasti-Land

Die Betreiber haben sich also eine ganze Menge vorgenommen. Salzhemmensdorfs Bürgermeister Clemens Pommerening setzt darauf, dass der Freizeitpark weiterhin Aushängeschild der Region und mit 67 Festangestellten, 90 Saison- und mehr als 170 Teilzeitkräften einer der größten Arbeitgeber der Gemeinde am Rande des benachbarten Kreises Hildesheim bleibt. Pommerening preist die Vorzüge des Rasti-Landes bei einem Empfang am Freitag ausdrücklich. Es sei eine „goldene Idee“ gewesen, den Familienbetrieb auf dem Gelände einer alten Kiesgrube aufzubauen – statt möglicherweise eine Deponie anzulegen. Mit Minigolf, Western-Eisenbahn und Gokarts ging es wie eine Rednerin beim Empfang hervorhob im Jahr der Ölkrise, des Fluglotsenstreiks und auch der Watergate-Affäre in den USA los. Und Gokarts gibt es immer noch.

„Mega-toll“, lobt Jürgen Gevers, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU), die Arbeit des Rasti-Land-Teams. Das will weiter dazu beitragen, dass jährlich weiter etwa 50 Millionen Menschen die bundesdeutschen Freizeitparks- und -Anlagen besuchen. Der Traum: Am besten noch mal 50 Jahre.

 

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