Kreis Hildesheim - Hunderte Fahrgäste in der Region Hildesheim müssen sich erneut in Geduld üben. Stellwerksarbeiten bringen nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) den Fahrplan zwischen Freitag, 22. November, und Montag, 25. November, kräftig durcheinander. Betroffen sind drei Pendler-Linien: Die S4, die zwischen Hildesheim, Sarstedt, Hannover und Bennemühlen verkehrt, der Erixx (Regionalexpress 10) zwischen Hildesheim, Hannover und dem Harz sowie der Start, der Hildesheim unter anderem mit Elze und Hameln verbindet. Ersatzbusse sollen statt der Züge fahren.
Fahrgastverbände verfolgen die schon seit Jahren durch verschiedene Gründe wie etwa Fahrzeugmangel oder Defekte schwierige Situation im regionalen Schienenverkehr kritisch. „Die Fahrgäste sind ja leider Kummer gewöhnt“, berichtet Doris Schupp von der Hildesheimer Gruppe des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) auf HAZ-Nachfrage. „Ich hoffe sehr, dass diese Busse zuverlässig fahren“, meint Schupp mit Blick auf den Ersatzverkehr. Der fährt am Hildesheimer Hauptbahnhof an der Haltestelle F1 (Modehaus Röther) ab.
Viel länger unterwegs
Betroffen sind etwa Pendelnde, die auf einen zuverlässigen Nahverkehr zwischen Hildesheim und Hannover angewiesen sind. Diese Strecke legt ein Nahverkehrszug in 25 bis 45 Minuten zurück – wenn alles planmäßig läuft. Mit dem Bus und der Straßenbahn ab Sarstedt braucht man jedoch gut 70 Minuten.
Eine Alternative ist es, mit der S3 zwischen Hildesheim, Harsum, Algermissen und dann weiter über Lehrte in die Landeshauptstadt fahren, hebt auch der VCD hervor. Die S3 benötigt durch den Nordkreis jedoch von Hildesheim bis Hannover etwa eine Dreiviertelstunde.
Auf der Strecke der S4 gibt es wegen weiterer Bauarbeiten schon ab Donnerstag Probleme. Bis Sonntag, 24. November, ist der Abschnitt zwischen Hildesheim und Lehrte sowie Hildesheim Hbf und Hannover Messe/Laatzen gesperrt. Dies führt ganztägig zu Ausfällen bei der S4 und einem weiteren auf der Strecke der S-Bahn Linie S3. Ein Schienenersatzverkehr (SEV) wird eingerichtet.
Fahrplan-Medien können helfen
„Generell sind alle baubedingten Fahrplanänderungen in den elektronischen Fahrplanmedien eingespielt“, so eine Bahnsprecherin. Reisende werden gebeten, sich vor Fahrtantritt im DB-Navigator oder unter bahn.de/aktuell über ihre Verbindung zu erkundigen. Bahnfahrer und Bahnfahrerinnen können sich zudem über die DB-Tochter Start Niedersachsen und die S-Bahn Hannover auf dem Laufenden halten. Diese Unternehmen informieren über Ersatzverkehre in ihrem Bereich.
Störungen zwischen Hildesheim und Hameln
Das Unternehmen Start weist auf Störungen auf der Linie RB 79 zwischen Hildesheim und Hameln hin. Das bedeutet für die kommenden Tage: Zwischen Donnerstag, 21. November bis Sonntag, 24. November, bleibt die Strecke zwischen Elze und Hameln weiterhin gesperrt, da die Inbetriebnahme eines Stellwerks noch nicht abgeschlossen ist.
Ebenfalls noch bis Sonntag entfallen wegen Bauarbeiten unter der Woche ab 17 Uhr und am Wochenende alle Züge zwischen Hildesheim und Elze. Ein Ersatzverkehr ist eingerichtet. Außerdem werden am Montag, 25. November, aufgrund weiterer Arbeiten zwischen 5 und 19 Uhr alle Züge zwischen Hildesheim und Hameln gestrichen.
86 Prozent der Nahverkehrszüge planmäßig
86 Prozent der Züge im Nahverkehr waren laut Daten der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) im vergangenen Jahr in Niedersachsen planmäßig unterwegs. Das heißt, sie hatten nicht mehr als fünf Minuten Verspätung.
Ein Blick auf das gesamte S-Bahn-Netz im Raum Hildesheim und der Region Hannover etwa zeigt: Mehr als jede zehnte S-Bahn kam in den ersten neun Monaten dieses Jahres zu spät.
Und wie sieht es bei Fernverbindungen aus? Die Quote im Fernverkehr der DB, die dort mit schnellen IC- und ICE-Zügen unterwegs ist, lag 2023 bundesweit nur bei 64 Prozent.
Bahnfahrer müssen in der Region noch öfter mit solchen Störungen wie in diesem Monat rechnen. Die DB wird aktuell und auch in absehbarer Zeit ihr Schienennetz und die technische Infrastruktur weiterhin modernisieren.
