Bad Salzdetfurth - Der Antennen-Hersteller Fuba Automotive Electronics hat sein Personal am Standort Bad Salzdetfurth zuletzt wieder aufgestockt – und hofft, seine Produktionskapazitäten im TecCenter in den nächsten Jahren wieder deutlich auszuweiten. Das hat Geschäftsführer Bernd Hesse jetzt bei einem Besuch des SPD-Europaabgeordneten Bernd Lange erklärt.
Beschäftigte kehren zurück
Fuba hatte in den Jahren 2020 und 2021 einen Großteil seiner Belegschaft in Bad Salzdetfurth abgebaut – teils durch Vorruhestand, teils durch Entlassungen – und fast seine gesamte Produktion nach China verlagert, wo der Eigentümerkonzern seinen Sitz hat. In Bad Salzdetfurth verblieben im Wesentlichen Forschung und Entwicklung sowie Führung und Verwaltung des Unternehmens. Fuba begründete dies damals mit den zu hohen Lohnkosten in Deutschland.
In den vergangenen Jahren war die Belegschaft am Stammsitz allerdings schon wieder gewachsen – auch in der Fertigung, wo das Unternehmen aktuell 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt gibt es inzwischen wieder 130 „Fubaner“, wie sie sich selbst nennen, im TecCenter. Einige der wieder neu geschaffenen Stellen wurden sogar mit früheren Mitarbeitern besetzt, die an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrten, wie Personalchef Marco Falke anmerkt. Fuba hat bei der Entwicklung tatsächlich große Fortschritte gemacht, viele neue Patente angemeldet etwa für Anlagen, bei denen möglichst viele verschiedene Antennen auf möglichst kleinem Raum zusammengefasst werden.
„Produktion in Europa wichtig“
Und es die Belegschaft dürfte weiterwachsen. Geschäftsführer Hesse kündigte an, dass in den Jahren 2025 und 2026 die Serienproduktion von Fuba neu entwickelter großer Antennen beginnen solle. Und die könnte zumindest in Teilen in Deutschland stattfinden – „und dann in Bad Salzdetfurth“, wie Hesse betonte.
Der Geschäftsführer nennt dafür einen wesentlichen Grund, der weit über die unmittelbare Situation von Fuba hinausreicht. Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre mit Lieferketten-Problemen vor allem im Zuge der Corona-Pandemie würden europäische und zum Teil auch nordamerikanische Kunden – im Fall von Fuba Automobil-Hersteller – wieder deutlich mehr Wert darauflegen, dass ihre Lieferanten auch in Europa produzierten. Neue Werke in Osteuropa wiederum seien dafür weniger attraktiv als noch vor einigen Jahren, schon durch gestiegene Lohnkosten.
„Persoanlabbau richtig“
Hesse zeigte sich deshalb im Gespräch mit Lange mit Blick auf den gesamten Produktionsstandort Deutschland „schüchtern optimistisch“, konnte Warnungen vor einer durch hohe Energiepreise und Fachkräftemangel drohenden „Deindustrialisierung“ wenig abgewinnen. „Ich höre es oft aus meinem Netzwerk mit Führungskräften anderer Firmen, und ich sehe es auch selbst so: „Wir haben hier ein sehr gutes und stabiles Umfeld in Deutschland, nicht zuletzt auch in politischer Hinsicht. Ich höre von vielen, dass sie durchaus hier investieren wollen.“
Zugleich verteidigte Hesse aber den massiven Personalabbau vor einigen Jahren: „Das war damals der richtige Weg.“ Dieser habe es Fuba ermöglicht, seine wirtschaftliche Lage deutlich zu verbessern und mithilfe erheblicher Investitionen des chinesischen Eigentümers den Fokus stark auf die Entwicklung neuer Produkte zu richten.
80 Millionen Euro Umsatz
„Jetzt ernten wir zunehmend die Früchte und könnten wieder wachsen – finanziell und personell“, betonte Hesse. 54 Millionen Euro habe der Umsatz im Vorjahr betragen, in diesem Jahr sollen es 60 Millionen werden, 2025 erwartet Hesse durch die neuen Produkte sogar den Sprung auf 80 Millionen Euro.
