Hildesheim - Die gute Nachricht gibt es vor allem für Radfahrer: Für sie wird in den kommenden zwei Monaten die Strecke zwischen Hohnsen und Wunramstraße umgebaut. Damit wird die nächste Etappe einer durchgehenden Fahrrad-Strecke von Ochtersum bis zum Hauptbahnhof Realität. Die schlechte Nachricht für Autofahrer: Sie müssen in diesem Zeitraum mit zum Teil erheblichen Einschränkungen auf der Strecke rechnen. Allein im Bereich Hohnsen bis zur Auffahrt zur B 243 fahren täglich bis zu 14.000 Autos.
Beginn der Arbeiten soll Mittwoch, 3. August, sein. Ursprünglich sollte es schon am Montag losgehen. Geplant ist, die Fahrbahndecke auf einer Länge von 1,4 Kilometern abzufräsen und durch eine Asphaltbetondecke zu ersetzen.
Im Anschluss wird ein bereits bestehender Überweg, über den Radfahrer und Fußgänger die Straße überqueren können, erweitert – und zwei neue werden geschaffen. Zum Abschluss werden die Markierungen für neue Radfahrstreifen aufgebracht. Anfang September soll alles fertig sein. Wenn es nach Plan läuft.
Ein Wochenende lang Vollsperrung
Denn ursprünglich sollte alles viel schneller gehen und schon in den Sommerferien beendet sein. Doch das wäre nur mit einer Vollsperrung möglich gewesen sein, erläutert Sandra Brouër, Fachbereichsleiterin Stadtplanung. Doch da Hildesheims Verkehr bereits unter mehreren Baustellen leidet, habe man darauf verzichtet. Dafür müsse nun aber die Bauphase selbst deutlich länger werden.
Erster Schritt sind die Gossenarbeiten, die kommende Woche beginnen und voraussichtlich bis Ende August dauern. Auf der gesamten Strecke werden an den Stellen die Gossen so verlegt, dass es möglich wird, die Straße so breit zu gestalten, dass beidseitig ein Radstreifen aufgebracht werden kann. Damit sollen Fußgänger und Radfahrer möglichst komplett voneinander getrennt werden. Allerdings bleiben auf dem besonders stark befahrenen Hohnsen noch Teilbereiche übrig, auf denen die Fußwege auch von Radlern genutzt werden können.
Für alle Arbeiten bis einschließlich der Markierungen kann es etappenweise zur einspurigen Verkehrsführung kommen. In beiden Fahrtrichtungen regeln dann Ampeln den Verkehr.
An einem Wochenende Mitte oder Ende September wird die Strecke aber komplett gesperrt. Dann wird die Fahrbahndecke abgefräst und in einem Zug erneuert. „Es kann sein, dass noch an einem weiteren Wochenende nachgearbeitet werden muss“, sagt Brouër. Geplant seien aber zunächst nur zwei Tage.
Verkehrsinseln werden „aufgeklebt“
Liegt die neue Decke werden als Nächstes an drei Stellen Querungshilfen „aufgeklebt“, sagt Bettina Beyer, die bei der Stadt für die Verkehrstechnik zuständig ist. An diesen Orten können Radfahrer und Fußgänger die Straße sicherer überqueren. Der erste neue Überweg entsteht im Bereich zur Gastronomie Ahoi.
Eine Zufahrt zum Parkplatz wird dafür dicht gemacht. Dort entsteht Platz für Bushaltestellen und einen breiteren Übergang für Radler und Fußgänger. An der Straße entfallen dafür vier Parkplätze.
Die nächste Verkehrsinsel soll den Übergang zur Straße zu den Sportplätzen sicherer machen. Die bisherige Querung wird verbreitert und ebenfalls so gestaltet, dass sich Fußgänger und Radler nicht ins Gehege kommen.
In dem Bereich werden zudem vier Parkplätze an der Straße so umgebaut, dass eine sogenannte „Doorzone“ (Türzone) entsteht, kündigt Brouër an. Diese Vorschrift sei zwar noch nicht rechtskräftig, werde hier aber schon in Hildesheim angewandt. Sie soll Autofahrern mehr Platz zum Aussteigen bieten ohne dass die Seitentüren beim Öffnen Passanten oder Radler gefährden können.
Wunsch des Ortsrates wird erfüllt
Die Nummer drei bei den Querungshilfen ist ebenfalls neu und unter anderem ein Wunsch des Ortsrates Ochtersum: Die neue Verkehrsinsel soll den Übergang auf Höhe des Philosophenweges erleichtern.
Die gesamten Bauarbeiten werden voraussichtlich insgesamt 760.000 Euro betragen – und voll über Fördermittel des Landes finanziert. Also am Ende eine Nachricht über die sich beide freuen dürften – sowohl Auto- als auch Radfahrer.



