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Für Basketball-Talent Leonardo geht es von der Hildesheimer Dorfmannschaft in die Landesliga

Garmissen - Leonardo lebt in einem Dorf bei Hildesheim und hat eine große Leidenschaft: Basketball. Im Gespräch mit der HAZ verrät er, was ihn an dem Sport so fasziniert, wie er es mit gerade einmal zwölf Jahren zum Landesligisten nach Göttingen geschafft hat und was sein Traum ist. (mit Video)

Im Leben des 12-jährigen Leonardo dreht sich alles um Basketball, wie diverse Zeitungsberichte und Urkunden belegen.  Foto: Clemens Heidrich

Garmissen - Leonardo hat einen Traum: Er möchte in der Bundesliga oder der NBA spielen. Ein Leben ohne Basketball – für den 12-jährigen aus Garmissen nicht denkbar. Kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht trainiert oder spielt. Sein Weg hat ihn bereits in die Landesliga geführt. Doch von vorne.

Kur als Startschuss

Alles begann 2019 während einer Vater-Kind-Kur. Dort spielte der damals Siebenjährige zusammen mit seinem Vater Pablo Moreno zum Zeitvertreib Basketball. Er war sofort begeistert von der Sportart und schnupperte nach seiner Rückkehr ein paar Mal bei Trainingseinheiten von Eintracht Hildesheim rein. Doch Corona durchkreuzte seine Pläne, denn wegen der verschärften Kontaktregelungen, war plötzlich kein Training mehr möglich. Vom Basketball-Fieber gepackt suchte er deshalb einen Weg, dennoch spielen zu können.

Die Lösung: Ein öffentliches Basketballfeld zwischen Ahstedt und Schellerten. Dort hat er zunächst mit seinem Vater gespielt, der selbst unter anderem für die U15 in seiner Heimat Bolivien auf Landesebene aktiv war. Als die ersten Lockerungen in Kraft traten und wieder mehr Kontakte erlaubt waren, kamen nach und nach Freunde von Leonardo dazu. Aus der Gruppe wurde schließlich eine feste Mannschaft. Die Geburtsstunde der Basketballsparte vom TV Garmissen-Ahstedt.

Für zwei Vereine auf dem Feld

„Wir sind direkt in der ersten Saison Erster geworden und in die Regionsliga aufgestiegen“, blickt Leonardo auf den erfolgreichen Start der TGA Tigers zurück. „Und in der zweiten Saison haben wir den NBV-Mini-Cup gewonnen. Das ist ein Turnier, wo die besten Mannschaften der Regionsligen aus ganz Niedersachsen gegeneinander antreten.“ Inzwischen ist er altersbedingt von der U12 in die U14 gewechselt und könnte damit theoretisch auch für die U16 antreten, wenn er nicht bereits eine Doppellizenz hätte.

Zum Sommeranfang konnte Leonardo bei der der BG 74 Göttingen sein Talent unter Beweis stellen. Der Verein, bekannt für seine Förderung junger Talente, erkannte sofort Leonardos Potenzial und öffnete ihm die Türen zur Landesligamannschaft. Dank der Doppellizenz darf er aber nicht nur für die BG 74 auflaufen, sondern auch weiterhin für seinen Heimatverein, die TGA Tigers.

„Wir sind unglaublich stolz auf Leonardo“, sagt Florian Rohmann, der Vorsitzende vom Vereinsvorstand des TV Garmissen-Ahstedt. „Dass er die Farben unseres Vereins auch in der Landesliga vertreten wird, ist eine große Ehre.“ Das ist ein großes Lob für den jungen Basketballer - und dennoch wirkt Leonardo zwar stolz, aber nicht überheblich, wenn er von seinen Erfolgen erzählt.

Wechsel bringt Veränderungen

„Anfangs fand ich die Autofahrten nach Göttingen lang, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt“, erzählt er und ergänzt: „Auf der Hinfahrt bin ich immer ein bisschen aufgeregt, aber das Training ist cool und auf der Rückfahrt Ruhe ich mich aus.“ Aktuell trainiert er mindestens fünf Mal pro Woche für je ein bis drei Stunden. Hinzu kommen Spiele mit der Mannschaft und in der Freizeit wirft er gerne auf den Korb in der Einfahrt zuhause. Außerdem ist er an der Schule in der Basketball-AG und hat im letzten Jahr mit dem Team der Robert-Bosch-Gesamtschule den vierten Platz in Niedersachsen belegt. Zudem hat er schon mehrfach an Basketball-Camps im In- und Ausland teilgenommen, wie diverse Urkunden und Zeitungsartikel belegen.

Doch nicht nur die langen Autofahrten sind neu, denn auch der Wechsel von der U12 in die U14 bringt Veränderungen mit sich: Während in der U12 nur vier Spieler je Team bei einem Match auf dem Platz stehen, sind es in der U14 fünf. Der Ball ist etwas größer und wiegt etwas mehr. Die Drei-Punkte-Linie ist nun genau so weit vom Korb entfernt wie bei den Erwachsenen. Für den 1,59 Meter großen Basketballer ist das aber ein keine große Herausforderung.

Ein Leben für den Sport

Im Alter von drei bis elf Jahren hat Leonardo, der Ballsportarten und Teamsport liebt, auch Fußball gespielt. Seit er in Göttingen spielt, bleibt dafür aber keine Zeit mehr. Doch gibt es wirklich nichts anderes außer Basketball für den zweisprachig aufgewachsenen Jungen, der neben fließend Deutsch und Spanisch auch Englisch spricht? Nun, er hat Interesse an Autos, schaut gerne Formel 1 und fährt gerne Karts. Im Alter von zehn Jahren fuhr er mit einem Kart seiner Kategorie sogar die bis dato schnellste Runde aller Zeiten auf der Hildesheimer Rennstrecke.

Dennoch schlägt sein Herz für den Ballsport, „weil beim Basketball jeder Spieler eine eigene Rolle hat und es viel um Taktik geht“. Sein Ziel für die Saison: Mit Göttingen als Team in die Top 3 der Landesliga kommen. Mit den Tigers hofft er sogar auf den ersten Platz: „Wir haben viele junge Spieler und sind ein starkes Team. Wenn wir verlieren, dann höchstens, weil die anderen größer sind.“ Sein persönliches Ziel ist es, bei einem Spiel der BG 74 zu den Starting Five zu gehören (also von Beginn an auf dem Feld zu stehen), mindestens zehn Punkte zu holen und einen Gegner erfolgreich zu blocken.

Mit Basketball Geld verdienen

Langfristig sind seine Träume jedoch noch größer: „Bundesligaspieler für Deutschland wäre cool, weil ich hier aufgewachsen bin. Oder in Spanien, weil die Sprache so schön ist.“ Am liebsten würde er jedoch in der NBA Karriere machen und in die Fußstapfen seiner Vorbilder Kobe Bryant, Allen Iverson und Stephen Curry treten. „Und wenn ich mich verletzen sollte oder irgendwann zu alt zum Spielen bin, will ich Basketballtrainer werden, genau wie Pablo, der natürlich auch ein Vorbild für mich ist.“

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