Nach Aufruf der Vereine

Für Linas Traum vom Disneyland: Überwältigende Resonanz auf Spendenaktion in Diekholzen

Diekholzen - Eine Spendenaktion sollte der unheilbar kranken Lina Busse (8) aus Diekholzen den Traum von einem Besuch im Disneyland Paris erfüllen. Die Spendenbereitschaft übertraf alle Erwartungen bei Weitem: Wie viel Geld zusammenkam, wie viele Menschen sich beteiligten – und wie die Spenden jetzt eingesetzt werden.

Diekholzen - Einmal nach Paris ins Disneyland: Das ist der große Wunsch der unheilbar kranken achtjährigen Lina Busse aus Diekholzen. Da ihre Familie sich die Reise nicht leisten kann, organisierten der SV Hildesia Diekholzen, der SC Barienrode und die Arbeiterwohlfahrt Diekholzen spontan eine Spendenaktion. Das Ziel: etwa 4000 Euro zusammenzubekommen, die der Disneyland-Besuch samt Fahrt und Unterkunft für die ganze Familie kosten würde. Dann berührten die Berichte über das Schicksal des Mädchens so viele Menschen, dass das erklärte Ziel auf überwältigende Weise übertroffen wurde: 591 Spender sorgten dafür, dass bisher 45.500 Euro auf dem Konto der AWO eingingen.

Lina lächelt

„Wir finden keine Worte vor Dankbarkeit“, sagt Linas Vater Jörg Busse angesichts der unerwartet großen Resonanz. Die macht es möglich, dass der große Wunsch der Achtjährigen erfüllt werden kann: ein einwöchiger Disneyland-Besuch gemeinsam mit der ganzen Familie. „Als Lina diese Nachricht bekommen hat“, erzählt ihre Mutter Sarah Busse, „hat sie trotz ihrer Schmerzen über das ganze Gesicht gelächelt.“

Die Reise wird nur einen Teil der hohen Spendensumme kosten. Nun liegt es der Familie Busse und den Helfern aus den beteiligten Vereinen besonders am Herzen, auch das übrige Geld im Sinne der Spenderinnen und Spender einzusetzen. Sie haben zusammen schon intensiv über die Möglichkeiten beraten – dazu gehört zum Beispiel eine finanzielle Unterstützung der Forschung.

Manches wird noch dringend benötigt

Doch das Geld könnte sich auch als Segen erweisen, um das Leiden für Lina auch vor und nach der Disneyland-Reise erträglicher zu machen. Das Mädchen leidet an einem sogenannten Diffusen Intrinsischen Ponsgliom (DIPG), einem äußerst seltenen, bösartigen Tumor am Hirnstamm, der wegen seiner Lage nicht operiert werden kann – und andere Heilungschancen gibt es in Linas Fall auch nicht. Bestrahlungen in der Göttinger Uniklinik sollen das Wachstum des Hirntumors bremsen. Doch er wirkt sich längst auf den ganzen Körper aus: Lina bekommt schlecht Luft und kann sich immer schlechter bewegen. Ein behindertengerechter Umbau könnte ihr mehr Mobilität verschaffen – doch der ist teuer. Dafür wird ebenso Geld gebraucht wie für medizinische Hilfsmittel oder eine Alltagsbegleitung für Lina. Und für Freizeitaktivitäten, die immer mal wieder helfen könnten, die schwere Krankheit für ein paar Stunden ein wenig zu vergessen.

AWO stellt Spendenquittungen aus

Die Familie, die AWO und die Sportvereine werden gemeinsam über die Verwendung des Geldes entscheiden und wollen sie gegenüber den Spenderinnen und Spendern transparent machen. Für Überweisungen ab 200 Euro stellt die Arbeiterwohlfahrt Spendenbescheinigungen nach Anforderung per E-Mail aus. Diese ist an hoffmann.soeren@o2online.de zu richten. Bis 200 Euro gilt der Überweisungsbeleg. Beteiligt haben sich nicht nur private Spenderinnen und Spender wie ein Hildesheimer und seine Tochter, die einen Disneyland-Gutschein spendeten. Vereine, Kindergärten, Schulen, Kirchengemeinden und Firmen banden Sammlungen in Veranstaltungen ein oder riefen anlässlich von Jubiläen dazu auf. Familie Busse freut sich nun nicht nur über das viele Geld, das dabei zusammenkam, sondern auch über die damit verbundenen, unbezahlbaren Zeichen der Solidarität: dass so viele Menschen in Gedanken bei Lina waren und sind.

  • Region
  • Diekholzen
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.