Hildesheim - Die Scharfe Ecke in Itzum gilt als besonders flutgefährdet. Und zwar bis hin zur Domäne Marienburg, wo nicht nur der Kulturcampus, sondern auch das Hofcafé von Helge Peinzger liegt. Der erhielt nach dem Hochwasser von 2017 wegen anstehender Renovierungsarbeiten sogar eine Kündigung seines Pachtvertrags von der Uni – zu umfangreich war der Bedarf an Maßnahmen zum Hochwasserschutz hier, um die Maßnahmen bei laufenden Betrieb durchführen zu können.
Bei dem Innerste-Hochwasser waren weite Teile der Domäne überflutet worden, das Hofcafé selbst blieb zwar verschont. Gleichwohl hatte Peinzger tagelang keinen Strom – und danach keine Gäste, weil viele Besucher irrtümlich vermuteten, dass das Haus in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Falls die Innerste eines Tages noch mächtiger über die Ufer treten sollte, wollte die Uni gerüstet sein und den bestehenden Fußboden des Cafés gegen eine beständigere Konstruktion ersetzen.
Mit einem blauen Auge davongekommen
Inzwischen ist das Hofcafé wieder an der Domäne beheimatet, und Peinzger teilt zur aktuellen Lage mit, man sei „mit einem blauen Auge davongekommen“. Das Hofcafé macht derzeit ohnehin Ferien, der Betrieb will am Sonntag, 7. Januar, wieder aus der Winterpause zurück sein.
Das Clubhaus SC-Itzum, auch als Renates Schlemmerküche bekannt, steht seit Heiligabend im und teils auch unter Wasser. „Unser Keller ist komplett vollgelaufen“, sagt Inhaberin Yvonne Gleich mit Blick auf die vollkommen überflutete Terrasse des Lokals. Ein Durchkommen ist unmöglich, auch für die Gäste. „Für die haben wir einen Noteingang angelegt“, so Gleich: einen Weg unmittelbar an der Hauswand entlang.
Kein Regenwasser, sondern Grundwasser
Zum Glück habe man nach dem Fest Urlaub, so ließen sich Schäden ohne eine große Störung des Publikumsverkehrs beheben. Auch der Sportplatz unmittelbar vor dem Restaurant ist zu einem See geworden, selbst ein Fußballtor schaut nur noch zur Hälfte daraus hervor.
„Das ist kein Regenwasser, sondern Grundwasser“, sagt die Wirtin, die aus leidvoller Erfahrung spricht. Das sogenannte Grundhochwasser, das sich oft nach starken Regenfällen bildet, kann selbst fern von Gewässern zu Überflutungen führen – vor sechs Jahren hat die Wirtin damit bereits schon einmal Bekanntschaft gemacht.
