Gamescom: Hildesheimer präsentieren ihr VR-Spiel

Hannover/Köln - Milliardenumsätze und inzwischen sogar Kulturgut - Videospiele sind angesagt. Aufstrebender Spieleentwickler unterstützt das Land Niedersachsen mit Fördermitteln. Auf der Gamescom präsentieren auch Hildesheimer ihr VR-Spiel.

Hannover/Köln - Größer als in der Vergangenheit, mit mehr Ausstellern und mehr Standfläche will sich Niedersachsen auf der diesjährigen Gamescom in Köln präsentieren. „Diese junge Branche hat großes Potenzial, das in Niedersachsen noch lange nicht ausgeschöpft ist“, sagt Roman Winkler von der Film- und Mediengesellschaft Nordmedia. Eines der niedersächsischen Unternehmen, das sich auf der Gamescom präsentiert, kommt aus Hildesheim.

„Hastily Assembled“ – eilig zusammengeschustert, so haben die beiden Studierenden Emmy Förster und Thomas Löwe ihr Unternehmen genannt. In ihrem Spiel „Tracy Laser“ spielt man eine Geheimagentin. Den beiden Entwicklern geht es neben der Story vor allem darum, die sogenannte Cybersickness zu vermeiden. Also, zu verhindern, dass einem beim Spielen schummrig wird, das was wir sehen und was wir bei der Virtuellen Realität fühlen, nicht zusammenpasst. Um sich im Spiel fortzubewegen, hat man ein Spielfeld von einer Fläche von 2,50 mal 2 Metern.

Langfristig soll Niedersachsen ein attraktiver Standort für Spieleentwickler werden. Nordmedia fördert seit 2011 im Auftrag der Landesregierung Spieleentwickler bei der Umsetzung ihrer Ideen in konkrete Computer- und Videospiele. Im vergangenen Jahr wurden rund 170 000 Euro an drei Projekte vergeben. Hinzu kommen etwa 265 000 Euro, die in die Finanzierung von Netzwerkveranstaltungen fließen. Dazu zählt auch der Niedersachsen-Stand auf der Gamescom. Zum Vergleich: Nordrhein-Westfalen investiert laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) seit diesem Jahr Fördermittel von drei Millionen Euro.

Weil besucht Niedersachsen-Stand

Der Profit, den das Land Niedersachsen aus einer lebendigen Spiele-Entwickler-Szene zieht, ist laut Winkler vielfältig - Milliardenumsätze allein in Deutschland hätten längst beispielsweise Kinoerlöse in den Schatten gestellt. Abgesehen vom wirtschaftlichen Nutzen sei das Videospiel zu einem wichtigen und - laut Nordmedia - schützenswerten Kulturgut avanciert. Zusätzlich könnten moderne Technologien in der Spieleentwicklung auch in andere Sparten übertragen werden.

Um den Medienstandort Niedersachsen auf der Gamescom zu präsentieren, schließt sich Nordmedia mit der Digitalagentur Niedersachsen und dem niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung zusammen. Auch Ministerpräsident Stephan Weil besucht die Messe, um die Aussteller und Entwickler am Niedersachsen-Stand kennenzulernen. Video- und Computerspiele seien Neuland für den Ministerpräsidenten, hieß es unlängst auf der Landespressekonferenz. „Ich bin gespannt auf den Entwicklergeist aus Niedersachsen und freue mich sehr darauf, die kreativen Köpfe der Computerspielbranche persönlich kennenzulernen“, sagte Weil.

Die Gamescom

Die weltgrößte Computerspielmesse, die Gamescom, öffnet an diesem Mittwoch (10 Uhr) ihre Türen für das breite Publikum. Bis zum Samstagabend werden mehrere Hunderttausend Besucher erwartet, im vergangenen Jahr waren es insgesamt 370 000. Auf 210 000 Quadratmetern zeigen mehr als 1000 Aussteller ihre Neuheiten. Ein Themenschwerpunkt ist das Cloud-Gaming, wenn also Spiele ausgelagert auf Servern laufen und nur ihr Abbild auf dem Smartphone oder Fernseher erscheint.

Bereits am Dienstag war die Messe für die Presse und Fachleute eröffnet worden. Zu sehen waren erste bunt gekleidete Cosplayer, ob Elfen, Ritter oder Ghostbuster (Geisterjäger). Separat zur Gamescom gibt es zahlreiche weitere Gaming-Veranstaltung querbeet in Köln, das damit für einige Tage wie eine Art Gaming-Hauptstadt erscheint.

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