Hildesheim - Die Fassade ist neu, die Fenster sind es, auf der Innenhofseite gibt es nun Balkone: Dass die gbg in der Steuerwalder Straße 110 bis 116 viel Geld in die Hand genommen hat, springt einem sofort ins Auge. Doch das Unternehmen hat an den vier rund 90 Jahre alten Mehrfamilienhäusern auch etwas verändert, das dem Betrachter verborgen bleibt, aber recht wesentlich ist: Die Heizungen der 40 Wohnungen werden künftig statt mit Gas mit Erdwärme betrieben. Dadurch steigen im Jahr 146 Tonnen Kohlendioxid weniger in die Atmosphäre auf. „Ein Betrag zur Energiewende“, erklärt die gbg durchaus mit Stolz.
Für diese gehören energetische Sanierungen zum Alltagsgeschäft: Allein im Jahr 2020 gab das Tochter-Unternehmen der Stadt, dem 4300 Wohnungen gehören, für diesen Zweck 3,5 Millionen Euro aus. Und so wären die neuen, dreifach verglasten Fenster sowie die verstärkte Dämmung für Fassade und Dach für die Häuser in der Steuerwalder Straße an sich nicht der Rede wert.
Pilotprojekt: Es geht auchum Klimaneutralität
Doch bei dem 2,1-Millionen-Euro-Vorhaben, für das die gbg einen Zuschuss von einer halben Million Euro vom Bund bekommt, handelt es sich um ein Pilotprojekt: Die energetische Sanierung in dem Wohnblock sei die erste, die auch auf Klimaneutralität ziele, betont Prokurist Jens Bollmann.
Dazu hat das Unternehmen bereits zu Beginn der Arbeiten im April an elf Stellen 150 Meter tiefe Löcher in den Boden getrieben und diese mit Sonden versehen. Mit ihnen zapft die gbg die Erdwärme an. Diese wird über eine Trägerflüssigkeit und ein Rohrsysstem zunächst in ein Gebäude im Hof geleitet; von dort aus geht es dann über ein weiteres Leitungsnetz in die Heizungen in die 40 Wohnungen. Noch ist das System allerdings nicht umgestellt: Ende März soll es so weit sein, kündigt Bollmann an.
Erdwärme auch für die Richthofenstraße nebenan?
Ein Hildesheimer Fachbetrieb überwacht dann, ob die Anlage so funktioniert, wie sich die gbg das vorgestellt hat. Wenn ja, will die Baugesellschaft weitere 42 Wohnungen in der benachbarten Richthofenstraße 1 bis 11 – der Innenhof grenzt direkt an jenen der Steuerwalder Straße 110 bis 116 – in Zukunft ebenfalls mit Erdwärme versorgen. Zudem solle zwischen den Gebäuderiegeln „noch viel neues Grün gepflanzt werden“, kündigt gbg-Sprecher Frank Satow – verbunden mit dem Hinweis, die Mieterinnen und Mieter sollten auch die Möglichkeit erhalten, Teile der geplamnten Gärten zu nutzen.
