Verwaltung macht Vorschlag

Gefunden: Ein neuer Platz für Wohnmobile in Hildesheim

Hildesheim - Es hat lange gedauert – doch jetzt soll Hildesheim einen neuen Stellplatz für Wohnmobile bekommen. Die ersten Reaktionen aus der Politik fallen allerdings verhalten aus.

Hier könnte und sollte nach den Vorstellungen der Stadt der neue Wohnmobilstellplatz entstehen. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Die Beschwerden wollten einfach nicht verstummen. Denn so schön der Wohnmobil-Stellplatz am Hohnsensee auch liegt – von Service kann dort keine Rede sein, es gibt weder einen Strom- noch einen Wasseranschluss. Zudem passt gerade eine Handvoll Fahrzeuge auf das Gelände – und das in Zeiten, wo der Urlaub mit dem Wohnmobil boomt.

Doch so sehr der Rat die Verwaltung auch antrieb, um die Situation zu verändern – es blieb dabei. Denn für die Hohnsen-Fläche hat die Stadt im Zuge des Verschönerungsprogramms für Grünanlagen andere Pläne. Und ein alternatives Gelände für den Stellplatz schien trotz jahrelanger Suche nicht in Sicht.

Der Vorschlag der Verwaltung

Jetzt ist das Rathaus doch fündig geworden: Die Bauverwaltung schlägt vor, eine neue Anlage auf einer Brache hinter dem Vier Linden, Domfriedhof und dem Supermarkt an der Lucienvörder Allee zu errichten. „Die Fläche liegt etwas abseits und versteckt, ist aber gut geeignet“, warb Planungsamtschefin Sandra Brouër am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss (Steba) für das Gelände. Das erfüllt auch alle anderen Kriterien, die bei der Standortwahl eine Rolle spielten: Es ist an den ÖPNV und das Radwegenetz angeschlossen, befindet sich nah an an der Innenstadt, der Natur und touristischen Anziehungspunkten, zudem gibt es Einkaufsmöglichkeiten und gastronomische Angebote.

In einem ersten Schritt will die Stadt im übernächsten Jahr für 380 000 Euro etwa 20 Wohnmobilplätze auf einer 4600 Quadratmeter großen Fläche anlegen, die der (kommunalen) Johannishofstiftung gehört. Bei Bedarf könnte ein knapp 4000 Quadratmeter großes Areal direkt daneben dazukommen; die Grundstücksfrage sei bis auf Kleinigkeiten geklärt, erklärte Brouër.

Ausstattung nur „unteres Standard-Niveau“

Die Ausstattung des Platzes werde allerdings nur „unteres Standard-Niveau“ haben, betonte die Planungsamtschefin. So sehe die Stadt keine sanitären Anlagen vor – vor allem anderem, weil der Bereich im Überschwemmungsgebiet liege und dort Hochbauten aus Gründen des Hochwasserschutzes ohnehin schwierig seien, erläuterte Baudezernentin Andrea Döring.

Die Reaktionen der Politik fielen sehr verhalten aus. Zwar verkündete CDU-Fraktionschef Ulrich Kumme in seiner Funktion als Ortsbürgermeister in Ochtersum, der Ortsrat – auf dessen Gebiet die Fläche liegt – finde deren Nutzung gut. Der Ort sei „vielleicht okay“ , sagte FDP-Sprecherin Julia Zink-Tänzer, deren Fraktion sich mehrfach gemeinsam mit den Unabhängigen für einen Wohnmobilplatz eingesetzt hatte. Doch wenn die Stadt diesen nur „auf unterstem Niveau plane, ist das eine verpasste Chance.“ Unabhängigen-Chef Hans-Uwe Bringmann sagte der HAZ, er halte die Lage für gut – allerdings würde er eine autobahnnahe Lösung, zum Beispiel am Müggelsee, besser finden.

Räbiger ist skeptisch

Auch Ulrich Räbiger klang im Steba skeptisch: Der Standort sei auf den ersten Blick in Ordnung, meinte der Grünen-Chef. Doch er vermisste Angaben zu den Folgekosten. Die könne die Stadt erst liefern, wenn sie in die Planung einsteige, betonte Döring. Denn dabei sei von Belang, ob die Verwaltung die Anlage selbst betreibe oder ob dies jemand anderes übernehme.

Eine Empfehlung gab der Steba nicht ab: Die Grünen baten darum, auf eine solche zu verzichten, da sie das Thema erst besprechen müssten. Planungsamtschefin Brouër machte deutlich, dass es aus Sicht der Verwaltung so gut wie keine Alternativen zu dem Platz am Vier Linden gibt: „Wenn es dieser Standort nicht werden soll, dann wird es schwierig.“

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