Ausschuss für Technik und Umwelt

Gemeinde Diekholzen: Fachausschuss sagt Ja zu zwei Millionen-Projekten

Diekholzen - Ein Diekholzener Fachausschuss empfiehlt, die Planung von zwei Projekten voranzutreiben, die jeweils mehr als 2 Millionen Euro kosten werden. Einmal einstimmig, einmal mit Gegenstimmen: Einige Ratsmitglieder haben erhebliche Zweifel.

In der Gemeinde Diekholzen sind größere Bauvorhaben geplant. Foto: Chris Gossmann

Diekholzen - Christoph Glados, dem langjährigen Ratsherrn der Unabhängigen, blieb am Donnerstagabend im Ausschuss für Technik und Umwelt des Diekholzener Gemeinderates fast die Luft weg. Der Grund war die erste grobe Schätzung, was wohl ein neuer Bauhof neben dem Rathaus kosten würde – nämlich 2,3 Millionen Euro, drohende Preissteigerungen nicht eingerechnet. „Mit so einer Summe hätte ich nie und nimmer gerechnet“, meinte er. Wie berichtet, sind rund um den bisherigen Bauhof-Standort und das alte Feuerwehrhaus in einer Kombination aus Neu-, An- und Umbau unter anderem eine Fahrzeughalle mit fünf Boxen, eine Werkstatthalle, ein überdachter Tank- und Waschplatz, Büros sowie Sozial-, Umkleide- und Sanitärräume geplant.

Bürgermeister fast beschwörend

Glados stimmte wie Helmut Berchelmann (FDP) dagegen, die Planung dort angesichts der erwarteten Kosten voranzutreiben. Doch die Mehrheit des Ausschusses gab dem Projekt ihren Segen. Schließlich hatten Bürgermeister Matthias Bludau (SPD) und Bauamtsleiter Ingo Franke zuvor eindringlich, fast schon beschwörend, deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht in Sachen Bauhof ohne Wenn und Aber etwas passieren müsse. Er entspreche längst nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben, zum Beispiel beim Arbeitsschutz. Bludau erinnerte daran, dass manche andere Kommune in der Umgebung schon auf ähnliche Probleme reagiert habe, zum Beispiel Giesen und Sarstedt. Ein kompletter Neubau an einem anderen Standort würde noch viel teurer kommen, gab er zu bedenken. „Und je länger wir warten, desto weiter steigen die Preise.“

Stufenweise Umsetzung

Bauamtsleiter Franke ergänzte, dass der Plan stufenweise umgesetzt werden kann, auf mehrere Jahre verteilt. Hendrik Engelke (CDU) und Kristof Josewski (Grüne) unterstrichen im Namen ihrer Fraktionen die Notwendigkeit des Projektes, auch im vorgeschlagenen Umfang. Und Arndt Schaare (SPD) meinte: „Wir müssen jetzt was tun. Die Gemeinde hat 30 Jahre lang versagt.“ Hartmut Krüger (CDU) stimmte auch dafür, machte aber keinen Hehl aus seinen Bauchschmerzen: „Wir winken hier eine Million nach der anderen durch.“ Damit bezog er sich auf das neue Feuerwehrhaus für Söhre, das in der Sitzung vorher schon auf der Tagesordnung gestanden hatte (siehe Extra-Text).

Der neue Bauhof ist damit nicht beschlossen. Zum einen ist das Votum des Fachausschusses nur eine Empfehlung an das Ratsplenum. Zum anderen soll die Verwaltung zunächst nur beauftragt werden, die Planung konkreter mit einer genaueren Kostenberechnung voranzutreiben. Dann kommt der Bauhof erneut auf die Tagesordnung.

Feuerwehrgerätehaus:Söhlde als Vorbild für Söhre

Einstimmig hat der Ausschuss für Technik und Umwelt die Pläne für das geplante neue Feuerwehrgerätehaus im Baugebiet Am Mühlenberg in Söhre befürwortet. Es wird nach derzeitigem Stand der Baupreise wohl etwa 2 Millionen Euro kosten – da der Baustart aber noch nicht absehbar ist und die Preise weiter klettern, wahrscheinlich mehr. Gebaut wird es von der Gesellschaft für kommunale Immobilien (GKHi), die schon für mehrere Städte und Gemeinden im Kreis Hildesheim kommunale Projekte vom Kindergarten bis zum Feuerwehrhaus umgesetzt hat. Jüngst hat sie ein solches für Söhlde entworfen. Die Pläne sind fertig, die Statik ist berechnet. Nun soll es auch als Vorbild für das Gebäude in Söhre dienen. „Dann könnten wir die Planung samt Statik weitgehend übernehmen“, sagt GKHi-Projektleiter Ralf Oelkers über die Vorteile. Eine Art Modulbauweise, die von einem Standort auf einen anderen übertragbar ist: Das strebt die GKHi in Zukunft öfter an, um Synergieeffekte besser zu nutzen. Eigentlich hatten sich die Diekholzener Gemeindeverwaltung und die Söhrer Ortsfeuerwehr im neuen Domizil zunächst nur drei Fahrzeugboxen vorgestellt, das Vorbild aus Söhlde enthält derer vier. Das betrachtete im Ausschuss aber niemand als Problem. Söhre soll wie Söhlde vier Boxen bekommen. Ein größerer Platzbedarf könne sich schnell ergeben, war der Tenor. Und dann wäre es deutlich teurer, das Feuerwehrhaus zu erweitern. Die übereinstimmende Meinung: dann doch lieber gleich etwas größer bauen. tw

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