Diekholzen - Wie der Landkreis Hildesheim will auch die Gemeinde Diekholzen die Installation von sogenannten Balkonkraftwerken mit Zuschüssen fördern. Das sind kleine Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 600 Watt, die an eine Steckdose angeschlossen werden und zur Deckung des laufenden Strombedarfs beitragen. Die Gemeinde will zunächst 50 Anlagen mit jeweils 100 Euro fördern. Das hatte die SPD-Fraktion beantragt. Der Ausschuss für Technik und Umwelt befürwortete den Plan am Montagabend einstimmig – quer durch die Fraktionen war die Zustimmung groß.
Wenig geeignete Flächen für große Anlagen
In der Gemeinde gebe es wenig geeignete Flächen für große Photovoltaik- oder Windkraftanlagen, erläuterte Martin Küster den Antrag der Sozialdemokraten. Auch ein Balkonkraftwerk könne einen kleinen Beitrag zur Energiewende leisten. Das solle unterstützt werden.
Die Verwaltung wurde beauftragt, Förderrichtlinien auszuarbeiten. Diese sollen einen Zeitraum festlegen, in dem alle Einwohnerinnen und Einwohner von Diekholzen, Barienrode, Egenstedt und Söhre einen formlosen Antrag im Rathaus stellen können. Später müssen sie die Rechnung für das Balkonkraftwerk vorlegen – als Beleg, dass sie auch wirklich eine solche Anlage angeschafft haben.
Infoabend am 13. Februar
Um Interessierten die Möglichkeiten eines privaten Balkonkraftwerks zu erläutern, plant der SPD-Ortsverein Diekholzen für den kommenden Montag, 13. Februar, einen Informationsabend mit einem Fachmann. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Aula der Grundschule Diekholzen. An einen etwa einstündigen Vortrag schließt sich eine Fragerunde an. „Mit diesen kleinen Solaranlagen kann fast jeder auch ohne große Dachflächen auf seinem Balkon oder seiner Terrasse seinen eigenen Strom erzeugen“, heißt es in der Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger.
Die Investition für ein Balkonkraftwerk, im Durchschnitt zwischen 600 und 1000 Euro, zahlt sich in der Regel innerhalb weniger Jahre aus – denn bei den aktuellen hohen Strompreisen kann die kleine Solaranlage die Stromkosten um 100 bis 200 Euro pro Jahr senken. Der Zuschuss der Gemeinde Diekholzen, wenn das Ratsplenum ihn erwartungsgemäß beschließt, würde die Amortisierung noch beschleunigen. Die Anlagen müssen nur beim jeweiligen Netzbetreiber angemeldet werden.
Einstimmige Empfehlung:Gemeinde sollOrts-App einführen
Ebenfalls einstimmig empfiehlt der Ausschuss für Technik und Umwelt, dass die Gemeinde Diekholzen mit der Firma Apicodo aus Mainz einen zunächst zweijährigen Vertrag über die Bereitstellung einer Orts-App abschließen soll. Die soll den Internet-Auftritt der Gemeinde ergänzen. Die Diekholzen-App wird nach einer Vorbereitungszeit in den beiden gängigen App-Stores für Apple- und Android-Smartphones zur Verfügung stehen. Jede Einwohnerin und jeder Einwohner der Gemeinde Diekholzen kann sie dann kostenlos auf seinem Handy installieren. Ein Mitarbeiter der Firma erläuterte den Ausschussmitgliedern die Möglichkeiten der App. Sie kann zum Beispiel aktuelle Nachrichten über sogenannte Push-Nachrichten verbreiten, auch in Notfällen wie Wasserrohrbrüchen. Digitale Dienstleistungen der Gemeinde können ebenso integriert werden wie Angebote von Vereinen aus der Gemeinde. Sie sollen im Laufe des Jahres einbezogen werden und dafür, wenn es soweit ist, noch entsprechend geschult werden. Die Einführung der Orts-App geht auf einen Antrag der Unabhängigen zurück. Deren Ratsherr Christoph Glados, der beruflich in der EDV-Branche tätig ist, hatte den Markt sondiert und den Kontakt zur Firma Apicodo geknüpft. Die App für zunächst zwei Jahre einzuführen, kostet die Gemeinde insgesamt rund 3000 Euro. Die Firma hat sich Fördermittel aus einem Bundesprogramm gesichert, sonst wäre das Projekt für die Kommune etwa doppelt so teuer. Die Gemeinde will rechtzeitig darüber informieren, wann die Diekholzen-App an den Start geht. tw
