Bad Salzdetfurth - Einige der Unternehmerinnen in Bad Salzdetfurth üben harsche Kritik an der Stadt, die sich ihrer Meinung nach zu wenig für die Belebung des umgestalteten Marktplatzes einsetzt. Die Fotografin Cornelia Kolbe etwa appelliert an die Verwaltung, sich mit den Kaufleuten und dem Kultur- und Verschönerungsverein (KVV) zusammenzusetzen, um etwas für die Altstadt zu bewegen. Petra Stoffregen, die die Seifenkiste betreibt, glaubt, dass die Altstadt in drei bis vier Jahren tot ist, wenn die Stadtverwaltung jetzt nicht das Ruder herumreißt. Dabei ist es nicht so, dass die Unternehmerinnen nur abwarten. Petra Stoffregen hat mit der Unterstützung anderer Gewerbetreibender eine ganze Vorschlagsliste erarbeitet, die sie 2024 dem Bürgermeister der Stadt, Björn Gryschka, beim jährlichen Treffen mit den Kaufleuten überreicht hat. „Seitdem ist nichts passiert“, sagt sie. Dabei habe Gryschka versprochen, die Liste im Rahmen einer Ratssitzung vorzustellen.
Tannenbaumschmücken auf dem Marktplatz als Fest
Stoffregen regte unter anderem an, das Tannenbaumschmücken auf dem Marktplatz zu einem Fest für Kinder unter dem Motto „Wir wecken den Weihnachtsmann“ zu machen. Angesichts der vielen vertretenen Nationalitäten in der Stadt könnte ein internationales Schmeckfest auf die Beine gestellt werden. Ein verkaufsoffenes Adventswochenende, Outdoor-Kino, Martini- und Erntedankmarkt sind nur einige weitere Vorschläge. Außerdem würden die Unternehmerinnen, die im Laufe des Jahres auch sonntags geöffnet haben, es begrüßen, wenn sie dies auch vom 1. November bis 15. Dezember dürften. Auch Tanja Buchner von der Boutique Kronprinzessin ist sehr unzufrieden damit, dass der Marktplatz meist brachliegt. Sie moniert unter anderem, dass selbst die Veranstaltungsreihe „Umsonst und draußen“ im Sommer nicht mehr regelmäßig auf dem Marktplatz der Stadt stattfindet.
Im Frühjahr habe der städtische Tourismusmanager seinen Dienst angetreten
Stadtratsmitglied Heike Schabig (SPD) erklärt, dass die Stadt sich sehr wohl mit dem Marktplatz befasse. Den Gewerbetreibenden stehe es offen, selbst etwas auf die Beine zu stellen und dies bei der Stadt zu beantragen. Es müsse nur eben ins Konzept der Stadt passen und von der Verwaltungsspitze genehmigt werden. Im Frühjahr habe der städtische Tourismusmanager Dirk Müller seinen Dienst angetreten, der müsse sich aber zunächst einarbeiten, zumal es in der Stadt viele Baustellen gebe, so Schabig. „Der Kurpark hat sich nach vorne geschoben“, erklärt Bad Salzdetfurths Bürgermeister Björn Gryschka. Den Marktplatz aber habe man dennoch im Blick, so der Verwaltungschef. Wenn auch anders als die Gewerbetreibenden. 10.000 Euro seien im Haushalt für mobile Elemente, etwa zur Beschattung, bereitgestellt. Auch an das Aufstellen von Wasserspendern sei gedacht. Der Ausschuss für Stadtmarketing und Tourismus habe die Altstadt im Blick, so der Verwaltungschef. Doch das allein belebt den Bereich nicht. „Der Gang der Dinge ist kompliziert“, so Gryschka. Die Liste der Gewerbetreibenden ist dem Rat nicht präsentiert worden. Wohl aber schätze Gryschka das konstruktive Mitwirken der Gewerbetreibenden. „Ich werde mich dafür verwenden, damit wir im Sommer sichtbare Fortschritte erzielen“, sagt er zu. In Kürze sollen die Einladungen für das alljährliche Gespräch der Stadtverwaltung mit den Gewerbetreibenden der Stadt herausgehen.

