Egenstedt - Dutzende Frauen, Männer und Kinder streifen am Donnerstagvormittag auf der Suche nach frischen Erdbeeren über die Selbstpflückerfelder der Familie Rokahr in Egenstedt. Schülerinnen und Schüler der IGS Bad Salzdetfurth sind angereist, um zudem Wissenswertes über die roten Vitaminbomben zu erfahren. Und zwei Schülerinnen sind aus Hildesheim von der dortigen Waldorfschule gekommen.
Wie Tausende Pendler täglich auf dieser Strecke auch mussten die beiden zusammen mit Fahrerin Margitta Papenmeier einen Umweg nehmen: Genau dort, wo sich die kleine Erdbeer-Verkaufsbude befindet, ist die B 243 gesperrt. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr lässt die Bundesstraße zwischen Hildesheim und Groß Düngen sanieren. Am Donnerstag wurden noch Restarbeiten an den rund 300 Metern zwischen den Einmündungen der Triftstraße und des Salzweges in Egenstedt erledigt. Anschließend wird dieser Abschnitt freigegeben, die Bauarbeiten gehen dann zwischen Egenstedt und Groß Düngen weiter.
Drittel weniger Kunden
Das bedeutet für viele Autofahrerinnen und -fahrer, die täglich auf dieser Strecke unterwegs sind, Umwege. Und nicht nur das: Das Erdbeerfeld der Familie Rokahr ist am Donnerstag zwar gut besucht. „Aber wir haben jetzt wegen der Baustelle etwa ein Drittel weniger Kunden“, sagt Verkäufer Heiko Rothe. Die weitaus meisten, die ihren Weg zu den Feldern fänden, äußerten sich negativ über die unglückliche Zeitplanung des Landes. „Auch wir sind darüber verschnupft“, sagt der Nordstemmer Rothe. Das Feld in Egenstedt sei mit das größte, das der Erdbeerhof zwischen Barsinghausen und Sibbesse betreibe. „Und ausgerechnet jetzt zur Hochsaison eine Baustelle vor unserer Tür zu eröffnen, ist ziemlich unglücklich.“
Manche Kunden haben ihren Besuch akribisch vorbereitet. „Mein Mann ist den Weg gestern mit dem Fahrrad abgefahren“, berichtet Martina Wagner vom Hildesheimer Moritzberg. Deshalb weiß sie am Donnerstag, dass es von Hildesheim aus eine Verbindung zum Erdbeerfeld gibt – einmal durch den Ort hindurch, am Ende kommt man direkt am Erdbeerfeld raus. Wer aus dem Raum Bad Salzdetfurth, Bockenem und Lamspringe kommt, hat es in den kommenden Woche weniger einfach: Er muss über Heinde, Itzum und Marienburg anfahren. Und gerade dieser Weg hat sich in den vergangenen Straßenbau-Tagen als Nadelöhr erwiesen.
Schleichwege
Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr appelliert trotzdem an alle Autofahrer und -fahrerinnen, sich auch tatsächlich an die Umleitung über Heinde zu halten. Die offizielle Umleitungsstrecke führt von dort auf die B 6 bei Wendhausen und dann in Richtung Hildesheim.
Diese Umleitung hatte die Behörde zwar schon für den ersten Bauabschnitt auf der Kreuzung bei Ochtersum empfohlen. Allerdings hatten sich viele Autofahrer Schleichwege in Richtung Hildesheim gesucht. Ein großer Teil wich über Heinde und Itzum aus – und verstopfte dann hier die deutlich kleinere Itzumer Straße.
