Hildesheim - Millionen von Menschen waren zu Tränen gerührt, als Sam und Molly für immer voneinander Abschied nahmen: „Ghost – Nachricht von Sam“ war einer der großen Kino-Kassenschlager Anfang der 90er Jahre. Eine halbe Milliarde US-Dollar spielte der romantische Mystery-Thriller mit Patrick Swayze, Demi Moore und Whoopie Goldberg ein. Goldberg gewann einen Oskar für ihre Rolle, ebenso Bruce Joel Rubin für das beste Originaldrehbuch. Jetzt kommt „Ghost“ als großes Musical auf die Bühne der Halle 39, gleich dreimal hintereinander vom 28. Februar bis zum 2. März.
Toter Liebhaber als Schutzgeist
An der Geschichte hat die Produktionsfirma ShowSlot („Flashdance“, „Fack U Göhte“) nichts geändert: Die Bildhauerin Molly verliert bei einem Raubüberfall ihre große Liebe Sam. Molly, in tiefer Trauer, ahnt nicht, dass auch ihr Leben bedroht ist. Doch sie ist nicht allein. Sam, nun ein Geist, ist ständig in ihrer Nähe. Er setzt alles daran, Molly zu schützen und die Wahrheit über seinen Tod ans Licht zu bringen. Nur wie kann sich ein Geist in der realen Welt bemerkbar machen? Da kommt die Wahrsagerin Oda ins Spiel.
Die Musicalfassung, die 2008 am Londoner Westend uraufgeführt worden ist, behält die Figuren bei, darunter auch Nebencharaktere wie den U-Bahn- und den Krankenhaus-Geist. Neu ist aber die Musik. Bis auf „Unchained Melody“, den Begleitsong der berühmten „Töpferszene“ zwischen Patrick Swayze und Demi Moore, ist sie komplett neu komponiert worden. Und zwar von niemand Geringerem als Dave Stewart (Eurythmics) und Glen Ballard, dem erfolgreichen US-Prozenten, der unter anderem Michael Jacksons Mega-Hit „Man In The Mirror“ mitgeschrieben hat. Eine Liveband gibt es allerdings nicht, die Show verwendet eine Aufnahme aus den MG-Sound Studios in Wien. Mit Ausnahme von „Unchained Melody“ sind alle Songtexte deutsch.
Produzent Benedikt Vogel und sein Team haben sich entschieden, die Handlung in einen abstrakten, futuristischen Raum zu verlegen. „Wir nutzen Smartglass, das die Wände auf Knopfdruck durchsichtig machen kann. Wir transportieren damit die Geisterwelt und durchbrechen die Realität ins Sphärische“, beschreibt ShowSlot-Marketingchef Guido Illigen den Ansatz der Inszenierung. Sechs Bühnenelemente, die ständig in Bewegung sind, verwandeln im Zusammenspiel mit einer aufwendigen Lichtshow und vielen Soundeffekten das Podium in eine Matrix-artige Welt.
Ghost ist die mutigste Musical-Inszenierung im kommerziellen Bereich
Manuel Schmitt, der am Hildesheimer tfn vor einigen Jahren die Oper „I Briganti (Die Räuber) inszeniert hat, führt Regie. Adam Nee hat das Bühnenbild entworfen, Phil Kong zeichnet für das Lichtdesign verantwortlich und Stefan Schröter für die musikalische Leitung. „Ghost ist die mutigste Musical-Inszenierung im kommerziellen Bereich“, sagt Produzent Vogel selbstbewusst. Die Handlung wird in die Zukunft verlegt, auch durch die Kostüme von Mara Lena Schönborn.
56 000 Menschen sahen das Musical schon
Im vergangenen Jahr ist die erste Tour-Staffel des Musicals über die Bühne gegangen, 56 000 Menschen sahen die Shows in 30 Städten. Da sollte auch Hildesheim schon dabei sein, doch die Vorstellung musste wegen Corona abgesagt werden. An diesem Freitag startet in Düsseldorf nun die zweite Staffel mit 56 weiteren Shows – Hildesheim ist die zweite Stadt auf der Route.
Hier gibt es Tickets
Für den 2. März gibt es nur noch Resttickets, für den 28. Februar und 1. März sind aber noch größere Kartenkontingente zu haben. Insgesamt sei man mit den Vorverkaufszahlen zufrieden, sagt Illigen, es seien schon 50 000 Tickets für die Tournee verkauft: „Wir freuen uns, dass die Verkäufe trotz Corona und Krisen wieder anziehen. Die Menschen haben wieder Lust auf Live-Entertainment.“
Tickets gibt es über die ShowSlot-Homepage


