Eilvese/Hildesheim - Fußball ist ein Ergebnissport. Meist zählt nicht, ob die Leistung gestimmt hat – am Ende zählt immer das nackte Ergebnis. Das stimmte zuletzt drei Mal in Folge bei den Oberliga-Fußballern des VfV Borussia 06 Hildesheim nur bedingt. War das Remis gegen Rehden noch ein intensives Spiel auf Augenhöhe, waren die Niederlage bei Lupo Martini Wolfsburg und das Remis gegen Heeslingen bitter.
Am Samstagnachmittag betrieben die Hildesheimer mal wieder Ergebnissport. Beim Aufsteiger STK Eilvese siegten sie am Ende mit 3:0 (1:0). Was souverän klingt, war aber ein glanzloser Erfolg. Den Trainern Björn Kollecker und Marcel Hartmann war es am Ende egal. „Wir haben nicht immer klar genug vorn zu Ende gespielt“, sagte Björn Kollecker. Hartmann ergänzte: „Aber wir haben sehr gut nach Ballverlusten gegen den Ball gearbeitet. Der Sieg war wichtig und tut gut.“
Dominanter Auftritt
Die Hildesheimer, die neben den Langzeitverletzten Finn Kiszka und Jane Zlatkov auch auf Yannik Schulze (privat verhindert) und Erhan Yilmaz (angeschlagen) verzichten mussten, begannen äußerst dominant. Schon früh hatte Marco Drawz den ersten Abschluss, doch Eilveses Keeper konnte parieren. Fortan waren die Borussen überlegen, klare Chancen blieben jedoch Mangelware, weil im Offensivdrittel die letzte Zielstrebigkeit fehlte. Hartmann fragte sich nach dem Spiel: „Ich kann es mir auch nicht wirklich erklären. Vielleicht ist uns auch die Leichtigkeit abhanden gekommen.“
Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis das erste Tor fiel – und dann war es wieder nach einem ruhenden Ball. Mohammad Baghdadi wurde im Strafraum gefällt, den fälligen Elfmeter verwandelte der Gefoulte selbst souverän zum 1:0. Die Trainer freute es: „Die Verlagerung bevor Mohammad in den Strafraum eindringt, haben wir so unter der Woche trainiert.“ Es sollte eines der wenigen Highlights in Hälfte eins bleiben.
Lange Zeit ohne die nötige Kontrolle
In Durchgang zwei hatte kurz nach Wiederanpfiff Fred Mc Mensah gleich eine dicke Chance, sein Schuss aus 18 Metern wurde aber pariert. Danach gaben die Borussen das Zepter des Spiels ein wenig aus der Hand. Vorn fehlte Konzentration und Präzision, dazu reihten sich auch ein paar nicht so clevere Entscheidungen ein.
Weil aber das Verhalten gegen den Ball passte, kam Eilvese zu keiner wirklichen Torchance. Die gefährlichsten Aktionen des STK waren zwei Freistöße von der Mittellinie sowie zwei Eckbälle. Zählbares sprang aber nicht heraus.
„Wir geben da die Kontrolle ab und lassen uns auf ein Boomerang-Spiel ein“, sagte Coach Hartmann. „Das kostet mehr Kraft, als es müsste.“
Christel und Baghdadi für die Entscheidung
So dauerte es erneut lange, bis Tore fielen. Erst in den letzten Minuten sorgten Carlos Christel mit einem sehenswerten Weitschuss aus 25 Metern und erneut Baghdadi per direktem Freistoß aus 20 Metern für den 3:0-Endstand.
„Wenn wir konsequenter spielen, müssen wir mindestens vier oder fünf Tore schießen“, bemängelte Hartmann später. „Man kennt das Spiel. Wenn du vorn die Tore nicht machst, dann segeln gegen Ende des Spiels immer mehr hohe Bälle in den Strafraum, und es wird gefährlich.“
Samstag kommt Ex-Coach Unger zurück
Wie eng die Oberliga noch beieinander ist, zeigt der Sieg am Ende auch in der Tabelle. Mit den Zählern 19, 20 und 21 verbesserten sich die Borussen wieder auf Tabellenplatz vier. Der Rückstand zu den Rängen eins und zwei beträgt sechs und fünf Punkte.
Kommenden Samstag können die Hildesheimer sogar wieder auf Rang drei klettern, sollte ein Erfolg im direkten Duell gegen die Kickers aus Emden um Ex-Coach Markus Unger gelingen.

