Grünenplan - Das Geschäft mit den Klapphandys und dem ultradünnen Glas der Firma Schott aus Grünenplan läuft weiter gut. Das bestätigte am Mittwoch Frank Heinricht, Vorstandsvorsitzender der Schott AG, bei der Bilanzpressekonfernz in Mainz. Für den Standort Grünenplan bedeutet das vor allem Planungssicherheit und einen dicken Batzen der geplanten Investitionen des Unternehmens. Denn „ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag“ werde für ein neues Schmelzaggregat investiert, wie Heinricht berichtete.
Schutz von Satelliten
Der Vorstandsvorsitzende unterstrich weiter: „Der Standort Grünenplan ist ein wichtiger Baustein in der Erfolgsgeschichte der Schott AG und ist weiter im Wachstum begriffen. Denn wir versprechen uns viel vom ultradünnen Glas, nicht nur bei den Klapphandys.“ Heinricht spielte hierbei auf die Pläne der Firma an, dass das Spezialglas nicht nur in der Kommunikation eingesetzt werde, sondern bald auch im Weltraum. Hier soll das Glas zum Schutz von Satelliten eingesetzt werden.
Auch im neuen Geschäftsjahr wollen die Verantwortlichen weiter in Wachstum und Innovationen investieren, so sind Investitionen von insgesamt 500 Millionen Euro geplant. Die Hälfte davon geht an die Unternehmen im Ausland und die andere nach Deutschland. Aktuelles Highlight sei die Einweihung eines neuen Diagnostik-Werks in den USA; die dort gefertigten Produkte adressieren den Zukunftsmarkt Mikrofluidik, hieß es während der Konferenz. Die Technologie ermögliche es, diagnostische Tests schneller, flexibler und präziser durchzuführen, führten die Verantwortlichen aus.
Problem mit Lieferketten
Insgesamt hat das Unternehmen 700 Arbeitsplätze neu geschaffen. In Summe arbeiteten Ende des Geschäftsjahres rund 17.200 Beschäftigte bei Schott, davon zwei Drittel außerhalb Deutschlands.
Das vergangene Jahr brachte auch Probleme für die Schott AG mit sich. Denn: „Angespannte Lieferketten als Nachwirkung der Pandemie sowie stark gestiegene Energie- und Rohstoffpreise stellen die Industrie derzeit vor große Herausforderungen – so auch uns“, sagt Finanzvorstand Jens Schulte. Auch das Jahr 2023 stelle mit einer zu erwartenden Kostensteigerung, dem Fachkräftemangel sowie der geopolitischen Lage wieder „eine echte Herausforderung dar“, wie Heinricht sagte. Aber er sei sich sicher: „Wir werden den Weg erfolgreich fortsetzen.“
Dünnstes Glas der Welt
Der Produktionsstandort Grünenplan ist das globale Kompetenzzentrum für die Herstellung von dünnem und ultradünnem Glas. Mit speziell entwickelten Produktionsverfahren wird in Grünenplan eine Vielzahl von Gläsern und optischen Materialien in einer Dicke von bis zu 25 Mikrometern hergestellt – das dünnste Glas der Welt, das in Serie hergestellt wird.
Das 115.500 Quadratmeter große Areal ist auf drei Standorte aufgeteilt, von denen sich zwei in Grünenplan und einer in der zehn Kilometer entfernten Nachbargemeinde Eschershausen befinden.
