Steinbrück/Groß Lafferde - Die Mitglieder des Fördervereins Burg Steinbrück rücken regelmäßig auf das Burggelände aus, um es zu pflegen. Da werden Büsche beschnitten, Äste abgesägt und Rasen gemäht. Beim letzten Einsatz auf dem Gelände kam nicht nur Rasenschnitt zusammen, sondern ein Schatz ans Tageslicht: ein goldener Ring.
Karsten Hoffmann-Kienert hatte Äste abgesägt und war gerade dabei, den Rasen abzuharken, als er ein seltsames Geräusch hörte. „Gold klingt anders, als anderes Metall“, sagt er. Und tatsächlich. Beim genauen Hinschauen sah er, dass ein goldener Ring an einem Zinken des Rechens hing. „Wer vermisst seinen Ehering?“, erkundigte sich Hoffmann-Kienert bei seinen Mitstreitern im Einsatz. Ein kurzer Kontrollblick auf die Hände ergab: niemand. Doch irgendwem musste das Schmuckstück doch gehören. Und so begann die Suche. Eine wichtige Hilfe waren dabei die im Ring eingravierten Daten.
Fahndungsfotos an die Pfarrämter
Hoffmann-Kienert schrieb das katholische Pfarramt in Ilsede und den evangelischen Kapellenvorstand in Steinbrück an, legte dem Brief ein Fahndungsplakat mit einem Foto vom Fundstück bei. In den katholischen Trauungsbüchern fand sich kein passender Eintrag. „Aber in der evangelischen Gemeinde in Groß Lafferde gab es einen Treffer“, berichtet Hoffmann-Kienert. Der Ring hatte seinen Besitzer wiedergefunden: Henner Jähner. Nun galt es nur Kontakt aufzunehmen. „Herr Jähner war zunächst ganz irritiert, aber dann hat er sich gefreut“, sagt Hoffmann-Kienert. Und er ließ es sich nicht nehmen, das blank polierte Schmuckstück persönlich nach Groß Lafferde zu bringen.
Der 74-jährige Jähner weiß gar nicht mehr genau, wann ihm der Ring abhandengekommen ist. Sieben, acht Jahre möge das schon her sein, sagt er. Vermutlich habe er den Ring bei einem Steinbrücker Burgfest verloren. Jähner ist nämlich der Dirigent des Männergesangvereins Groß Lafferde und trat bei den Festen im Nachbarort mit seinen Sängern bei solchen Anlässen auf. „Weil der Ring etwas locker saß, habe ich ihn beim Dirigieren meist in die Jackentasche getan“, erklärt Jähner. Vielleicht war der Ring flöten gegangen, als er ein Taschentuch aus der Tasche gezogen hatte.
Wann ging der Ring verloren?
Er erinnert sich noch, dass er daheim alles abgesucht hat: den Garten, das Haus, sämtliche Hosentaschen. Irgendwann gab er auf. Der Ehering blieb verschollen – bis jetzt. Er sitzt übrigens immer noch locker am Finger. Deswegen will Jähner ihn auch nicht tragen. „Der bleibt im Haus“, sagt er. Außer am 20. August. Da will er ihn aufziehen. Dann feiern seine Frau Renate und er nämlich goldene Hochzeit. Hoffmann-Kienert hat genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort geharkt.

