Bei Hempens unterm Sofa

Grauenvoll: Der erste Arbeitstag beginnt mit einem blöden Fehler

Hildesheim - Eine neue Volontärin in der Redaktion weckt bei Andrea Hempen Erinnerungen an ihren HAZ-Start. Der begann mit einer handfesten Panne.

Eine neue Kollegin bei der HAZ und Andrea Hempen soll sie in Empfang nehmen. Dabei muss sie an ihren ersten Arbeitstag vor vielen Jahren denken. Der Start war nicht gerade perfekt. Ganz im Gegenteil. Foto: Andrea Hempen

Hildesheim - Ich hatte die schöne Aufgabe, unsere neue Auszubildende Emma Peter in der HAZ-Redaktion zu begrüßen und ihr so dies und das zu erklären. Auf dem Weg zur Arbeit dachte ich darüber nach und darüber, was ich nicht vergessen dürfte, der jungen Frau zu sagen. Dabei musste ich an meinen ersten Tag in der Redaktion denken. Jahrzehnte her, aber unvergessen.

Im November war mein erster Arbeitstag in der Rathausstraße. Vorsichtshalber fuhr ich am Wochenende die Strecke noch mal ab. Ich kam aus Braunschweig und kannte mich in der Region kein Stück aus. Obwohl wir Verwandtschaft in Ammenhausen hatten und Tante Christa manchmal berichtete, dass sie in Neuhof zum Einkaufen gewesen sei. Viele Jahre dachte ich, Neuhof sei eine richtige Stadt. Naja.

Nun startete ich am 1. November 1993, es war ein Montag, meinen schwarzen Polo mit Steilheck und fuhr nach Hildesheim. Ein Stück A39, dann die Abfahrt Baddeckenstedt, über Astenbeck, vorbei an Wendhausen, Uppen, Achtum und dann irgendwann links. So hätte es sein sollen, wenn, ja wenn ich vor lauter Aufregung nicht die Ausfahrt verpasst hätte. Irgendwann ahnte ich: „Hier läuft was ganz gewaltig schief!“ Ich fuhr bei Bockenem ab. Und nun? Kein Navi, kein Orientierungssinn, tränengetrübte Sicht, Herzschlag wie ein Trommelfeuer. Dann ein Schild: Hildesheim. Ich wusste, ich würde zu spät kommen, an meinem ersten Tag! Ohgottogott! Kurz überlegte ich, wieder umzudrehen und die Stelle einfach nicht anzutreten. Unterzutauchen, mir eine neue Identität zuzulegen. Hab ich aber nicht. Bereit, mein Donnerwetter abzuholen, ging ich mit weichen Knien in die Redaktion. Donnerwetter blieb aus, man machte sich etwas lustig über mich und das war’s. Puh. Nun sitze ich hier, Jahrzehnte später, und tippe diese Zeilen. Wohl wissend, dass jede Geschichte gewinnt, wenn eine fiese Panne drin vorkommt.

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Kommentare (1)

  • JH
    Jürgen Hofmeister
    10. Okt. 2026 - 13:50 Uhr
    …wie gut, dass Sie nicht umgedreht sind.
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