Kreis Hildesheim - Lagerflächen, Depots für Ersatzteile und Werkzeug, dazu Platz für etwa 25 Unternehmen mit 200 bis 300 Beschäftigten: Für all das will die Genossenschaft Gewerbepark Emmerke sorgen. Die hat acht Fabrikhallen in einem Gewerbegebiet an der B 1 in Emmerke gekauft, um diese ab 2024 anzubieten. Die Hallen wurden bis 2018 von dem insolvent gegangenen Unternehmen Wallcover genutzt und standen jahrelang leer. Damit verschwindet auf absehbare Zeit ein großer Leerstand in der Gemeinde Giesen. Der ehemalige Wallcover-Komplex umfasst insgesamt etwa 26 000 Quadratmeter Grundstücksfläche. In dem früheren Betrieb, einem der größten Arbeitgeber der Region, waren bis Dezember 2018 rund 100 Menschen am Werk.
Nach und nach sollen die Fabrik-Gebäude innen und außen saniert werden. Hinter dem Projekt stehen der Sarstedter Immobilienentwickler Björn Erhard, der Hausverwalter und Immobilienexperte Götz Turnier mit Büros in Hildesheim und Hannover, der Bauunternehmer Christian Bernshausen (Region Siegen, Nordrhein-Westfalen) und der Peiner Jörg Brüstle aus der Pharmabranche.
Raum fürs Handwerk
Die Genossenschaft plant, 100 bis 2500 Quadratmeter große Flächen in den Hallen in der Gutenbergstraße an verschiedene Unternehmen zu vermieten. Schwerpunkt soll der Bereich Handwerk sein. Absicht ist es, Lagerräume zu bieten, um dort Werkzeug bereitzuhalten. Auch produzierendes Gewerbe etwa aus dem Bereich Metallverarbeitung oder der Kunststoffbranche sind am Standort möglich. Produktion im großen Stil ist jedoch nicht geplant. Start Up-Unternehmen könnten ebenfalls dort ein Domizil finden, so Götz Turnier von der Genossenschaft auf Nachfrage der HAZ.
Wir werden schrittweise die Produktions- und Lagerhallen in brauchbare Hallen zurückbauen
„Wir werden schrittweise die Produktions- und Lagerhallen in brauchbare Hallen zurückbauen und nicht mehr benötigte Rohrleitungen und Lüftungsanlagen entfernen“, beschreibt Björn Erhard die Pläne. In voraussichtlich etwa zwei Jahren sollen Firmen in die Räume einziehen können. An denen dürfte großes Interesse bestehen, weil die Nachfrage nach Lagerflächen im Zuge der Corona-Krise massiv gestiegen sei, erläutert Götz Turnier. Hintergrund: Werkzeug wie zum Beispiel Akkuschrauber sollen ausreichend parat liegen – und nicht erst nach Monaten per Fracht aus Asien in der Region Hildesheim ankommen.
Die Genossenschaft hat zudem vor, die „enorm großen“ Dachflächen auf dem Gelände zu nutzen. Auf denen sind Fotovoltaikanlagen geplant. Der Strom kann dann von den Mietern oder für Elektro-Auto-Ladestationen genutzt werden. Die Dächer sind 22 000 Quadratmeter groß.
Gute Anbindung
Erhard ist sich sicher, dass der Standort für etliche Nutzer und Nutzerinnen attraktiv sein dürfte. Die direkte Anbindung an die B 1, die Nähe der A 7 und des Bahnhofes Emmerke, den man in wenigen Minuten zu Fuß erreichen kann, seien überzeugende Faktoren. Auch für Unternehmen, deren Personal auch auf diese Weise schnell den Arbeitsplatz erreichen könne.
Die Pläne lösen in der Gemeinde Giesen eine positive Resonanz aus. So zeigt sich der Emmerker Ortsbürgermeister Josef Theodor Möller angetan. „Mir war klar, dass sich die Hallen durch die gute Anbindung vermarkten lassen.“ Möller setzt darauf, dass viele Leute aus der Gemeinde und umliegenden Orten dort Arbeitsplätze finden. „Und ich hoffe, dass so mehr Gewerbesteuer in den Haushalt der Gemeinde Giesen fließt.“ Zudem sei es gut für die Umwelt, dass eine große Fotovoltaikanlage auf den Hallendächern vorgesehen sei.
Die Neugestaltung des Geländes ist ein Erfolg für den Standort Emmerke
Frank Jürges, Verwaltungschef in Giesen, lobt ebenfalls das Vorhaben. „Die Neugestaltung des Geländes ist ein Erfolg für den Standort Emmerke. Die Ansiedlung weiterer mittelständischer Handwerksbetriebe begrüße ich ausdrücklich. Neue Arbeitsplätze stärken den Wirtschaftsstandort Giesen.“

