Amtsantritt

Hannovers neuer Bürgermeister Onay tritt Amt an

Hannover - Keine zwei Wochen nach seiner Wahl tritt Hannovers neuer OB Belit Onay sein Amt an. Im Rathaus wird ihm die Amtskette überreicht. Danach beginnt die politische Arbeit - und die beinhaltet eine Herausforderung.

Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen), Sieger der Oberbürgermeisterwahl, steht nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Rathaus. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover - Hannovers neuer grüner Oberbürgermeister Belit Onay tritt am Freitag sein Amt an. Morgens bezieht das frisch gewählte Stadtoberhaupt sein Büro, am Mittag wird ihm dann vom Ratsvorsitzenden Thomas Hermann die Amtskette übergeben. Die offizielle Vereidigung ist am 28. November im Beisein der Dezernenten und Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates geplant. Der 38 Jahre alte bisherige Landtagsabgeordnete Onay hatte sich in einer Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Eckhard Scholz durchgesetzt. Die SPD stellt damit erstmals nach mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister in Hannover.

Onay bundesweit erster OB mit Migrationshintergrund

Auslöser der vorzeitigen Oberbürgermeisterwahl war die Rathausaffäre, die den bisherigen OB Stefan Schostok (SPD) nach einer Untreueanklage Ende April zum Rücktritt zwang. Ob und wann es zu einem Prozess kommt, hat das Landgericht noch nicht entschieden.

Der türkischstämmige Onay ist bundesweit der erste Oberbürgermeister mit Migrationshintergrund in einer Landeshauptstadt. Zudem ist Hannover nach Stuttgart erst die zweite Landeshauptstadt, die einen grünen Rathauschef bekommt und mit Freiburg (bis 2018) und Darmstadt die vierte Großstadt, in der ein Grüner zum OB aufrückt.

SPD, Grüne und FDP regieren im Stadtrat

„Dass ein Politiker mit türkischen Wurzeln Oberbürgermeister der größten Stadt Niedersachsens wird, ist im Übrigen ein gutes Zeichen für das Miteinander in unserem Land“, hatte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erklärt. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, äußerte sich ähnlich. „Denn es ist ein Zeichen der Normalisierung, dass es einem Gastarbeiterkind möglich ist, Bürgermeister zu werden.“ In sozialen Medien gab es aber auch Drohungen und Beleidigungen gegen den neuen Oberbürgermeister.

Wie sich das politische Machtgefüge im Rathaus nach der Wahl sortiert, muss sich noch zeigen. Im Stadtrat regiert die SPD mit den Grünen und der FDP. Eine Wahlempfehlung für Onay hatte die SPD nur zögerlich abgegeben und wohl auf politische Zugeständnisse gehofft.

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