Hildesheim - Von der 78-jährigen Bewohnerin eines ausgebrannten Hauses an der Goslarschen Landstraße in Hildesheim fehlt weiter jede Spur, ebenso von ihrem Hund. Das meldet die Polizei am Sonntag um 20.30 Uhr. Bis dahin war die Feuerwehr mit Lösch- und Nachlöscharbeiten an dem Gebäude beschäftigt. Die Goslarsche Landstraße (Bundesstraße 6) war wegen des Einsatzes sechs Stunden lang bis 19.30 Uhr gesperrt.
Dem 83-jährigen Ehemann der Vermissten war es gelungen, sich nach Ausbruch des Feuers am Mittag ins Freie zu retten. Er kam mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus. Die vermisste 78-Jährige soll sich nach ersten Erkenntnissen auch in dem Haus aufgehalten haben. Sollte das der Fall gewesen sein, gibt es kaum Hoffnung, dass sie das Feuer überlebt hat. Die Polizei schließt aber zum jetzigen Zeitpunkt offenbar nicht endgültig aus, dass sie den Flammen ebenfalls entkommen ist.
Das Löschen gestaltete sich schwierig
Bei der Alarmierung der Rettungskräfte um 13.17 Uhr war laut Einsatzleiter Marcus Illemann von der Hildesheimer Berufsfeuerwehr, die zusammen mit zwei weiteren Zügen der Freiwilligen Feuerwehren anrückte, zunächst von einer Gartenlaube die Rede. Erst vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um ein bewohntes Haus handelt. Weitere Ortswehren wurden nachalarmiert, schließlich waren 121 Kräfte der Berufsfeuerwehren sowie der Freiwilligen Feuerwehren, Achtum-Uppen, Einum, Bavenstedt, Drispenstedt, Itzum, Neuhof und Ochtersum im Einsatz.
Das Löschen der Flammen gestaltete sich schwierig, denn das Grundstück war laut Illemann sehr schwer zugänglich. Die Feuerwehrleute legten Schlauchleitungen von der Goslarschen Landstraße ebenso wie vom Pflugstieg und von der Louise-Cooper-Straße. Die Bundesstraße 6 war gesperrt, weil dort gut ein Dutzend Einsatzfahrzeuge standen – näher kamen sie nicht an das betroffene Grundstück heran.
Zu gefährlich: Einsatzkräfte können Haus bislang nicht betreten
Das Haus sei in der Vergangenheit offenbar mehrfach umgebaut worden – und das mit unterschiedlichsten Materialien von Holz bis Bitumen, berichtet Illemann. „Wäre es ein stabiles Haus aus Stein, hätten wird den Brand sicherlich eher im Griff gehabt“, sagt er.
Und es gab ein weiteres Problem: Die Feuerwehr musste den Brand von außen löschen. Denn die Dachkonstruktion war zum Teil schon eingestürzt, die Einsatzkräfte konnten sich daher nicht ins Innere wagen. Das wäre zu gefährlich gewesen. So wurden die Flammen mit „mehreren Trupps unter schwerem Atemschutz sowie dem massivem Einsatz von Löschwasser“ bekämpft, wie die Berufsfeuerwehr in einer Zusammenfassung um 22 Uhr meldete. Zu diesem Zeitpunkt ging sie davon aus, dass die Nachlöscharbeiten sich über die ganze Nacht erstrecken würden.
Bis in den Abend war ein Betreten des Hauses nicht möglich. Die Brandursache ist unklar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, die am Montag durch das 1. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes fortgesetzt werden.

