Wohin mit den Lastenrädern?

HAWK-Studierende entwickeln Konzept für Lastenrad-Logistik in Hildesheim

Hildesheim - Lieferdienste kurven täglich durch die Stadt. Doch kann man besonders in der Altstadt oder kleinräumlichen Stadtteilen bessere Lösungen finden? HAWK-Studierende sagen, wie man dafür Lastenräder einsetzen kann.

Tinka Dittrich hat für die Region Hildesheim Lastenräder auf den Weg gebracht - mit kostenlosem Verleih. Foto: Chris Gossmann/Archivbild

Hildesheim - Zuschüsse für Lastenräder – mit dieser Forderung haben die Grünen kürzlich wieder Spötter auf den Plan gebracht, die über die SUV-Bewegung mit Muskelkraft hergezogen ist. Doch die die angehenden Architekten der HAWK lassen sich von derlei nicht beirren und haben nun für Hildesheim eine Logistik für Transportlösungen im kleinstädtischen Raum entwickelt.

Statt Lieferwagen in jede Straße zu bringen, setzen die HAWK-Studierenden für die sogenannte „letzte Meile“ auf eine pedalgetrieben Zustellung – eben per Lastenrad. Dafür müssen aber Übergabestationen gefunden werden, sogenannte micro-hubs. Geeignet auch für temporäre Lösungen seien vor allem kleine Räume wie Baulücken, Parkplätze oder Gemeinschaftsflächen, von denen es auch in Hildesheim viele gibt.

Ökologische Umschlagplätze in Baulücken

Dort sollen mit den micro-hubs kleine Gebäude mit einfachen und nachhaltigen Baustoffen entstehen, die über alle nötigen Anschlüsse wie Wasser, Strom, Datenleitungen und zum Beispiel Fernwärme verfügen können. Unter einem Dach findet sich Platz für mehrere Logistikanbieter, die Lagerfläche, Akkuladestationen, eine Werkstatt und Sozialräume nutzen, damit aus den Lieferwagen die Pakete auf Lastenräder umverteilt und nahräumlich weitertransportiert werden können.

Unter der Leitung der HAWK-Professorin Maike Decke haben die Studierenden auch ein Energiekonzept entwickelt, dass Brauchwasser nutzt, mit einer geringen Flächenversiegelung auskommt und trotzdem eine hochwertige Konstruktion und eine ansprechende Optik bieten sollen.

Stadtbaurätin zeigt Interesse

„Diese Idee soll infrastrukturelle Gebäude in der Stadt ermöglichen“, sagt HAWK-Professor und Architekt Matthias Pätzold, der den Masterkurs an der Hochschule ins Leben gerufen hat. Für die Realisierung kommen EU- und weitere staatliche Förderprogramme in Betracht.

Eine Idee, die die HAWKler bereits Hildesheims Stadtbaurätin Andrea Döring vorgestellt haben. Die auch Interesse signalisierte: „Die Ansätze sind wirklich gut, das sind wichtige Impulse für unser Innenstadtkonzept.“ Und Fördergelder des Bundes für Lastenräder würden dieses Projekt sogar noch beflügeln können.

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