Ortstermin an der Irmensäule

Heftiger Protest gegen geplantes Bubble Hotel bei Lamspringe

Irmenseul / Lamspringe - Etwa 150 Einwohner aus Irmenseul und Umgebung haben am Freitag gegen den Plan protestiert, am Rand des Dorfes eine neuartige Übernachtungsmöglichkeit in Glaskugeln zu schaffen. Das Projekt scheint gescheitert.

Mit Transparenten und Sprechchören gegen die Bubble-Pläne: Teilnehmer der Veranstaltung am Freitag in Irmenseul. Foto: Thomas Wedig

Irmenseul / Lamspringe - Es regnete und stürmte am Freitagnachmittag auf dem Romberg am Fuße der Irmensäule. Kalt erwischt wurden der Lamspringer Gemeindebürgermeister Andreas Humbert und Investor Tobias Nkoulou allerdings besonders von dem scharfen Gegenwind, den sie bei einem Ortstermin zu dem geplanten „Bubble Hotel“ zu spüren bekamen. So viel Widerstand hätten sie nicht erwartet, bekannten beide und räumten Fehler im Vorfeld ein. Wie berichtet wollten sie für das Projekt werben, oberhalb von Irmenseul eine neuartige, naturnahe Übernachtungsmöglichkeit in Glaskugeln aufzubauen. Die gibt es bundesweit erst vereinzelt, in der geplanten Kombination mit angeschlossenen Sanitärräumen im Hintergrund laut Nkoulou sogar weltweit noch gar nicht – zumindest, soweit es dem kleinen Team des Startup-Unternehmens aus Hannover bekannt ist.

337 Unterschriften

Doch knapp 150 Teilnehmer aus Irmenseul und Umgebung machten unmissverständlich deutlich, dass sie keine Bubbles wollen. Transparente, Sprechchöre, kritische Nachfragen, ironisches Gelächter als Reaktion auf Nkoulous Vorstellung seiner Pläne, lauter Applaus für Kommentare der Kritiker: Die Info-Veranstaltung wurde zur Demo, die zum Schluss in der Übergabe von 337 Unterschriften gegen das Projekt gipfelte. Das sind etwa so viele Namen, wie Irmenseul Einwohner hat. Unter den Unterzeichnern sind aber auch Bubble-Gegner aus dem Umland. Einige Listen seien noch im Umlauf, weitere Unterstützer zu erwarten, sagte Ortsvorsteher Bernd Ruff.

Klarer Schlusssatz von Humbert

Würde Humbert das Projekt weiter unterstützen? Zu einer abschließenden Stellungnahme gedrängt, sagte er, während Investor Nkoulou etwas betreten neben ihm stand: „Wenn die Irmenseuler weiter dagegen sind, wird es keine Bubbles geben.“

Nkoulou hatte zuvor erläutert, was er plant. Er wollte mit einer Kugel an den Start gehen und nach eigenen Angaben rund 80 Prozent der nötigen Arbeiten selbst erledigen. Der Landkreis Hildesheim habe angekündigt, das Projekt für eine Probephase zunächst drei Jahre lang zu dulden. Wenn es sich rechne und auf Dauer bestehen solle, müsste das Ganze in einem Bebauungsplan geregelt werden. Wenn nicht, hätte Nkoulou alle Bubble-Bauelemente zurückbauen und entsorgen müssen. Feste Fundamente wären in der Probephase nicht erlaubt gewesen.

Maximal vier Bubbles

Auf Dauer könnte die Anlage auf maximal vier Bubbles wachsen, sagte Nkoulou über seine mittel- und langfristige Planung. Mehrere Irmenseuler brachten ihre Sorge zum Ausdruck, der Verkehr würde durch den Bubble-Betrieb deutlich zunehmen – schließlich müssten Besucher begrüßt und eingewiesen, die Bubbles nach der Übernachtung gereinigt werden. Damit seien auch Arbeitsplätze und Handwerker-Aufträge für die Region verbunden, kündigte der Investor aus Hannover an. Ein Zuhörer winkte ab und erntete Applaus: „Irmenseul hat da gar nichts von.“

Gelobt wurde Nkoulou für seine Bereitschaft, sich der Kritik an seinen Plänen zu stellen. Doch er deutete an, dass er das Projekt wohl nicht gegen den Widerstand eines ganzen Dorfes durchdrücken könne, selbst wenn die Behörden mitspielen. „Eines ist klar“, sagte er, „wenn ein ganzer Ort dagegen ist, kann ein Bubble Hotel nicht entstehen.“

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