Hildesheim/Münster - Seine Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz liegt erst gut einen Monat zurück, jetzt steht bereits die nächste Veränderung für Heiner Wilmer an – und diesmal betrifft sie auch das Bistum Hildesheim ganz entscheidend. Denn Wilmer wird sein Amt hier aufgeben, um neuer Bischof von Münster zu sein.
Wilmer war in den vergangenen Monaten öfter als potenzieller Kandidat für die Nachfolge des im März 2025 aus Altersgründen abgetretenen Bischofs Felix Glenn genannt worden. Nachdem er kürzlich durch Wahl zum Sprecher aller deutschen Bischöfe gewählt worden ist, mehrten sich die Stimmen, die einen Wechsel von Hildesheim nach Münster für unwahrscheinlich hielten.
Einjährige Vakanz beendet
Sie werden nun wohl eines Besseren belehrt. Das Bistum Münster hatte am Dienstag mitgeteilt, am Donnerstag „eine für das Bistum Münster wichtige Personalentscheidung“ bekannt geben zu wollen. Im Sommer soll Wilmer sein Amt dann antreten – was bedeutet, dass wiederum das Hildesheimer Bistum einen neuen Bischof braucht. Während einer vorläufigen Vakanz wäre der erst kürzlich im Hildesheimer Dom geweihte Weihbischof Martin Mahrahrens der höchste Geistliche.
Aus der Provinz in die Welt
Heiner Wilmer stammt aus dem Ort Schapen im Emsland, aus der Provinz führte sein Weg hinaus in die Welt, auch als Lehrer in die New Yorker Bronx, später leitete er von Rom aus einen internationalen Orden mit Mitbrüdern aus 42 Ländern. Das Bischofsamt in Hildesheim wirkte 2018 ein wenig wie eine Rückkehr zu den Wurzeln, zurück in die niedersächsische Bodenständigkeit. Dass sein Einfluss über die Grenzen des Bistums hinausreichen würde, deutete sich aber schnell an. Knapp zwei Jahre nach seiner Ernennung galt er zum ersten Mal als einer der Favoriten für den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem ihrer wichtigsten Sprachrohre. Nun, mit 64 Jahren, ist Heiner Wilmer das neue Gesicht der katholischen Kirche in Deutschland – und eben neuer Bischof von Münster.
Katholikenhochburg Münster
Das geografisch gesehen zweigeteilte Bistum Münster ist von der Fläche her deutlich kleiner als das Bistum Hildesheim (etwa 15.000 zu 29.000 Quadratkilometer), und auch die Gesamteinwohnerzahl in dem Gebiet ist niedriger (rund 4,3 zu 5,3 Millionen) – die Zahl der Katholiken hingegen ist ungleich höher. Das Bistum Münster ist mit knapp 1,6 Millionen Katholiken das mitgliederstärkste Bistum Deutschlands, auf dem protestantisch geprägten Gebiet des Bistums Hildesheim leben knapp 500.000 Katholiken.
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