Volleyball, 1. Bundesliga

Helios Grizzlys Giesen schlagen Dachau souverän – und senden eine emotionale Video-Botschaft an den verunglückten Söhrer Handball-Torwart Pascal Kinzel

Hildesheim - Souverän gewannen die Helios Grizzlys Giesen das Volleyball-Erstliga-Spiel am Donnerstagabend mit 3:0 gegen den ASV Dachau – und in der Pause gab es einen emotionalen Moment. (Mit Video)

Michiel Ahyi und Maciej Borris Borris blocken gegen den Dachauer Tobias Besenbock. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - „Der Zug hat keine Bremse …“ schallte es aus den Lautsprechern in der Hildesheimer Volksbank-Arena – und der Grizzlys-Express rollte im Eiltempo über das Spielfeld. Die Giesener Erstliga-Volleyballer besiegten am Donnerstagabend den ASV Dachau glatt in 3:0 Sätzen und sprangen in der Tabelle wieder auf Platz zwei.

Libero Niklas Breilin rauschte im Tiefflug über das Parkett, Zuspieler Fedor Ivanov zauberte Zuckerpässe aus dem Handgelenk und Diagonalspieler Michiel Ahyi hämmerte die Bälle humorlos über das Netz. Zwischendurch setzte Maciej Borris saubere Blocks. Kurzum: Die Grizzlys ließen dem Aufsteiger aus Bayern nicht den Hauch einer Chance. Nach 22 Minuten hatten sie den ersten Satz mit 25:11 im Sack.

Ein Gänsehaut-Moment

Einen Gänsehaut-Moment gab es in der ersten Pause, als Hallensprecher Mike Münkel ein Video für Pascal Kinzel aufnahm. Der Handball-Torwart der Sportfreunde Söhre liegt nach einem Autounfall mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. In der Volksbank-Arena rief Münkel dreimal den Vornamen des Torhüters ins Mikrofon. Und die 1431 Zuschauer antworteten jeweils im Chor: „Kinzel!“ Eine emotionale Botschaft der Grizzlys, die dem 30-Jährigen auf diesem Weg eine gute Besserung wünschen.

Danach setzten die Volleyballer ihre Expressfahrt fort. Auch in Satz zwei zauberten sie den Fans mit einer Mischung aus filigraner Technik und knallharten Angriffen immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Auch Lorenz Karlitzek, der in den vergangenen Partien nicht allzu oft zum Einsatz gekommen war, überzeugte mit astreinen Angriffsschlägen. Erst zum Satzende konnten die überforderten Gäste das Ergebnis etwas erträglicher gestalten. Das änderte aber nichts am klaren 25:17-Satzgewinn der Grizzlys.

Es wird gezaubert

Gezaubert wurde auch in der nächsten Pause. Die Hildesheimer Dance-Company „Ars Saltandi“ bekam für ihre tänzerisch-akrobatische Einlage tosenden Applaus.

Im dritten Satz rotierte Trainer Itamar Stein. Auf der Diagonalposition agierte nun Hauke Wagner, als Zuspieler kam Jan Röling für Ivanov auf die Platte. Es gab einen kleinen Bruch im Spiel der Grizzlys, die Aktionen waren nicht mehr so klar und zwingend wie in den ersten beiden Durchgängen. „Es ist klar, dass sich solche Wechsel immer etwas auf den Spielrhythmus auswirken“, sagte Stein nach dem Spiel. „Es ist wichtig, dass alle Akteure Spielpraxis bekommen.“ Die Gäste kamen besser ins Spiel, gingen sogar mit 7:5 und 9:7 in Führung. Vor allem ASV-Diagonalmann Tobias Besenböck punktete wiederholt. Auch der Dachauer Block stand nun besser.

Kleiner Bruch durch Rotation

Beim Stand von 13:13 wechselte Stein erneut. Für Wagner und Röling kamen nun wieder Ahyi und Ivanov zurück aufs Feld. Ivanov schlug stark auf, Karlizek kam mit einigen Angriffen durch – und schon führten die Grizzlys wieder mit 17:13. Nach einem Ahyi-Hammer zum 20:17 folgte die Rolle rückwärts: Ahyi und Ivanov raus, Wagner und Röling rein. Jetzt zogen es die Grizzlys durch. Über 22:18 gewannen sie Satz drei mit 25:20 und das Match mit 3:0.

Die Dachauer, die am vergangenen Wochenende Meister Berlin sehr überraschend mit 3:2 geschlagen hatten, landeten auf dem Boden der Tatsachen. Und die Grizzlys? „Wir wollen Platz zwei bis zum Ende verteidigen“, sagte Stein. „Es ist machbar.“ Drei Partien stehen in der Hauptrunde noch an. Das nächste am kommenden Sonntag in Freiburg.

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