Auf dem Flugplatz

Hildesheim: Gothic-Festival M’era Luna startet am ersten August-Wochenende

Hildesheim - Von Samstag, 6. August bis Sonntag, 7. August verwandelt sich der Hildesheimer Flugplatz wieder in den Schauplatz Europas größtem Gothic-Festival. Wie ist die Stimmung bei den Acts und was müssen Fans wissen?

Es geht wider los: Am ersten August-Wochenede tummeln sich auf dem Hildesheimer Flugplatz wieder Fans der Gothic-Szene und Kostüm-Fans in teils aufwendigen Eigenkreationen. (Archivbild) Foto: Moritz Frankenberg

Hildesheim - Der Countdown läuft, auf der Homepage von Europas größtem Gothic-Festival steht die Uhr derzeit bei nur noch neun Tagen. Dann wird Hildesheim geflutet, die sogenannte schwarze Szene pilgert zu Tausenden auf den Hildesheimer Flugplatz. Oft reisen Fans aus ganz Europa mit fantasievollen Kostümen, aufwendigem Kopfschmuck oder skurrilem Make up zu einem der größten Festivals der Szene. Hildesheim hat sich da längst einen Namen gemacht. Erwartet werden viele bekannte Szene-Acts und einige Newcomer. Insgesamt 40 Band aus unterschiedlichen Genres von Mittelalter-Rock über Alternative, Gothic bis Electro haben sich angesagt. Insgeasmt 40 Acts werden an den beiden Festivaltagen auftreten. Als Rahemnprogramm werden Leseungen, Partys und Fashion Shows angeboten. (Archivbild) Foto: Julia MorasJulia Moras

Alles begann zur Jahrtausendwende als „Zillo“

Endlich wieder, so heißt es überall. Denn in den Jahren 2020 und 2021 musste das Open-Air-Spektakel durch die Pandemie-Lage jediesmal doch wieder abgesagt, viele Tickets mehrfach umgeschrieben werden. Dabei ist es doch seit der Jahrtausendwende schon Tradition, dass M’era Luna Gothic-begeisterte Musik-Fans nahezu magisch anzieht. Zunächst noch unter dem Namen „Zillo“, so kamen zuletzt rund 25 000 Besucherinnen und Besucher.

Hauptmann Feuerschwanz: Alter Ego mit Bart und Rüstung

Inzwischen laufen die Vorbereitungen auf dem Hildesheimer Flugplatz wieder auf Hochtouren. Soviel steht fest: Auch in diesem Jahr gibt es auf dem weitläufigen Gelände wie gewohnt Musik auf zwei Bühnen, die Bands arbeiten bereits emsig an ihren Shows. „Wir haben die Phase der Pandemie endlich überwunden und freuen uns, wieder auf Festivals zu feiern“, erklärt Hauptmann Feuerschwanz von der gleichnamigen Band. Das Alter Ego des Sängers und Gitarristen besteht aus rotem Bart und schwerer Rüstung.




Die aus Franken stammende Band ist in der Szene vor allem für ihre Party-Songs bekannt, die immer wieder ein- bis zweideutige Texte in mittelalterliche Melodien einbetten. Dazu kommen aufwendige Kostüme und Requisiten.

Die Song-Qualität muss dem Wembley Stadion taugen

Nach vielen Stunden Proben und ersten Live-Gigs hat Feuerschwanz zu alter Stärke zurückgefunden. „Wir sind seit über 20 Jahren unterwegs, um Energie zu erzeugen.“ Und der Sänger gibt schon jetzt das Versprechen, dass sie keinen Song aus dem Studio lassen, der nicht die Qualität hat, auch das gesamte Wembley Stadion zum Mitgrölen zu animieren.

Musikalisch fährt „Feuerschwanz“ neuerdings zweigleisig

Seit der Pandemie hat sich die achtköpfige Band aber auch dem Folk-Metal zugewandt, ihre aktuelle Platte „Memento Mori“ schoss auf Platz eins der deutschen Album-Charts. „Die Themen Tod und Sterben haben uns doch sehr beschäftigt“, erzählt der Hauptmann, „wir spielen inzwischen auch mal Balladen.“ Dass sie inzwischen musikalisch zweigleisig fahren, komme gut an.

Der Weg nach der Zwangspause zurück auf die Bühne ist kein Klacks gewesen, das kann auch Unzucht-Drummer Toby Fuhrmann bestätigen. „Es war in der Tat schwer, so lange nicht mehr live spielen zu können“. Drei Tage hat sich „Unzucht“ daher im Proberaum „eingeigelt“, um Songs und Show wieder einzustudieren. „Das Bühnenprogramm aus dem Stand zu spielen – das wäre diesmal nicht gegangen.“

Eine „bunte Tüte“ wartet auf die Festival-Fans

Für Unzucht, deren Bandmitglieder zum Teil aus dem Hildesheimer Umland, genauer gesagt aus Hannover und Hameln stammen, hat das M’era Luna eine ganz besondere Bedeutung. Dort wurden sie 2012 vom Publikum zum „Newcomer des Jahres“ gewählt. „Das was für uns die Versicherung, dass wir eine richtige Band werden können“, erinnert sich der Fuhrmann. Inzwischen hat Unzucht auch internationale Anhänger; zieht seine Fans mit düster-rockigen Texten in deutscher Sprache in den Bann. Für das M’era-Luna-Wochenende plant Unzucht eine „bunte Tüte aus all unseren Hits“.

Alle Infos in Kürze zusammengefasst:

Für das Festival-Wochenende sind derzeit Sonne und bis zu 27 Grad angesagt. „Die Sonne steht im Zenit, in ihrem Licht wirft das M’era Luna verheißungsvoll seine Schatten voraus“, heißt es auf der Instagram-Seite des Festivals.

Das Festival startet am Samstag, 6. August. Tickets kann man ab 65 Euro direkt auf der Homepage des Festivals kaufen. Tickets für das Camping auf deme Flugplatz sind bereits ausverkauft, Tagestickets sind aber noch verfügbar. Am Samstag gehen die Gigs um 11 Uhr los. Außerdem spielen unter anderem Ost+Front (ab 14.45 Uhr), The Lord Of The Lost Ensemble (ab 16.55 Uhr) und Blutengel (ab 19.30 Uhr).

Am Sonntag folgen beispielsweise Unzucht (ab 12.20 Uhr), Feuerschwanz (ab 14.15 Uhr), Schandmaul (ab 17.45 Uhr) und als letzter Act Eisbrecher (20.45 bis 22 Uhr). Darüber hinaus können Musik-Fans auch Newcomer entdecken. Als Rahmenprogramm gibt es Lesungen, Partys und Fashion Shows. Vorab kann man über die Festival-Homepage den Radiosender M’era Luna FM streamen.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.