Hildesheim - Gerrit Meister ist nicht länger Headcoach der Hildesheim Invaders. Er tritt nach nur fünf Spielen als Cheftrainer ab. Die Invaders haben zwar in der German Football League (GFL1) keinen guten Saisonstart erwischt, trotzdem kommt der Rücktritt für viele aus dem Nichts – auch für den Vorstand des Hildesheimer Football-Teams. Nach Informationen dieser Zeitung sollen die Gründe für Meisters Rücktritt nicht nur mit sportlichen Dingen zu tun haben – es sind persönliche Gründe.
Neben Meister treten auch Offensive Coordinator Christopher Baerwolf sowie die beiden Offensive Assistant Coaches Jan von Jürgensohn und Jan Lanser aus dem Trainer-Team zurück. „Wir verlieren nicht nur Fachleute, sondern auch Persönlichkeiten, die das Team und den Verein mitgeprägt haben“, sagt Johannes Krupp, stellvertretender Vorsitzender der Invaders. Die Mannschaft wurde am Dienstagabend darüber informiert – und reagierte erst schweigend.
Nelson Hughes wird vorerst Spielertrainer
Um die Lücke zu schließen, hat sich der Verein für eine Übergangslösung entschieden. Defensive Coordinator Jacob Adelman wird weiter in der Abwehr die Zügel in der Hand haben. Die Leitung der Offense teilen sich Runningbacks Coach David McCants und Quarterback Nelson Hughes. Der wird also zunächst eine Rolle als Spielertrainer übernehmen. Gerade in Meisters Spezialgebiet, der Offensive Line, hinterlässt der Rücktritt eine Lücke. Hier sucht der Verein nach einer möglichst schnellen Lösung.
Nur wenige Tage nach einer bitteren Niederlage gegen Kiel schmiss Meister hin. Trotz dessen kann man nicht von einem verkorksten Start in die Saison sprechen. Die Invaders verloren am ersten Spieltag in einem engen Spiel gegen das vermeintlich stärkste GFL-Team, die Dresden Monarchs. Es folgten zwei Siege gegen Straubing und Kiel. Im zweiten Aufeinandertreffen mit Dresden hatten die Hildesheimer keine Chance und verloren klar mit 42:0 – dann kam die Niederlage gegen Kiel. Meisters Bilanz ist also fast ausgeglichen – nicht besonders gut, schlecht ist sie aber auch nicht.
Kein leichtes Erbe
Der bisherige Invaders-Coach hatte große Fußstapfen zu füllen: Er trat zum Saisonstart die Nachfolge des nach Zürich abgewanderten Erfolgstrainers Marcus Herford an. Kein leichtes Erbe, schließlich hatte Herford die Hildesheimer zurück in die GFL1 und fast sogar bis ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft geführt. Es wirkte, wie eine Übergabe des Staffelstabes: Meister war zuvor Herfords Assistent und kannte das Team bestens.
Die Invaders haben sich als Ziel gesetzt, in die Play-offs der GFL zu kommen. Aktuell sind sie Tabellenfünfter – also ein Platz unter den Play-offs. Bei noch sieben verbliebenen Saisonspielen ist für sie noch alles drin. Schon mit einem weiteren Sieg könnten sie wieder auf die Play-off-Ränge rücken. Vor allem Berlin und Braunschweig sind in Schlagdistanz. Die direkten Duelle mit diesen beiden stehen den Invaders noch bevor. Die Saison ist also längst nicht abgehakt.
Fatah steht nicht zur Verfügung
Der Verein hat jetzt mit der Suche nach einer langfristigen Lösung auf der Headcoach-Position begonnen. Klar ist: Nachdem Meister das Training nur in Teilzeit geleitet hat, wünscht sich der Verein wieder eine Vollzeitkraft, wie es Marcus Herford gewesen ist. Ansonsten wünscht sich der Verein einen neuen Headcoach, der weiß, wie man einen Verein aufbaut und gut mit dem Nachwuchs arbeiten kann.
Der zuletzt bei den Invaders angeheuerte Star-Trainer Shuan Fatah steht hingegen nicht als neuer Cheftrainer zur Verfügung. Er ist auf ehrenamtlicher Basis bei den Hildesheimer Footballern aktiv. Er hilft in der Defense und im Nachwuchs mit. Als sein Engagement vor dem Heimspiel gegen Straubing verkündet wurde, bekam er großen Applaus von den Hildesheimer Fans. Fatah war vorher Trainer der Nationalmannschaft und der Hamburg Sea Devils in der European League of Football. Erst vor kurzem trat er in Hamburg zurück. Eine Jobsperre hätte er für den Invaders-Posten nicht.
