Neue Betrugsmasche

Hildesheim: Landeskriminalamt warnt vor falschen Ärzten am Telefon

Hildesheim - Polizei und Landeskriminalamt warnen vor einer neuen Betrugsmasche. Erneut werden vor allen Dingen Senioren Opfer der miesen Masche.

Polizei und Landeskriminalamt warnen vor einer neuen Betrugsmasche. Dabei haben die Täter erneut vor allen Dingen Senioren im Blick. Foto: Christian Gossmann

Hildesheim - Falsche Ärzte am Telefon: Trickbetrüger bedienen sich bei ihren Anrufen einer neuen Legende, das haben aktuelle Analysen des Landeskriminalamtes Niedersachsen ergeben.

Schockanrufe bei Angehörigen

Zunächst werden die ahnungslosen Opfer von Unbekannten angerufen, die sich als ärztliches Fachpersonal ausgeben. Der Täter schockt die Angerufenen mit einer erfundenen Geschichte, in der ein Angehöriger ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. Angeblich sei dieser schwer krank oder verletzt und nicht ansprechbar. Nur spezielle Medikamente, etwa bei einem plötzlich schweren Corona-Verlauf, oder eine Operation könnten ihn retten. Dafür würde aber sofort eine hohe Summe Geld benötigt. Die Täter würden ihre Opfer auf diese Weise in einen Schockzustand versetzen und dann massiv und professionell Druck ausüben.

Bereits in mehreren Fällen haben die Betrüger auf diese Weise in den vergangenen Monaten in Niedersachen Erfolg gehabt und durchschnittlich Beträge im mittleren fünfstelligen Bereich ergaunert. Mehrheitlich erhielten Menschen im Alter ab 60 Jahren diese Betrugsanrufe, so das Landeskriminalamt. Damit ist die gleiche Zielgruppe betroffen, die auch beim Enkeltrick im Fokus steht. Die Betrüger würden anhand von Namen und Telefonnummern auf das Alter ihrer Opfer schließen. Wer hinter der neuen Masche steckt, sei noch Gegenstand von Ermittlungen.

Enkeltrick rückläufig

Auffällig sei, dass die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle von „falschen Ärzten“ in ähnlichem Maße ansteigt, wie die der Enkeltricks sinkt. Besonders deutlich werde dies mit einem Blick auf die Eingangsstatistik von Straftaten im August: Die Anzahl der Fälle klassischer Enkeltricks sank etwa um 30 Prozent, während die der falschen Ärzte um rund 30 Prozent anstieg. Insgesamt weist die Eingangsstatistik des Landeskriminalamtes seit Jahresbeginn eine mittlere dreistellige Anzahl von Taten mit “falschen Ärzten“ auf. Die Dunkelziffer dürfte jedoch sehr viel höher liegen.

Landeskriminalamt rät:

Aus aktuellem Anlass warnt deshalb das Landeskriminalamt Niedersachsen und gibt folgende Tipps:

- Seien Sie misstrauisch, wenn ein unbekannter Anrufer Sie mit einem beunruhigenden Sachverhalt konfrontiert (Unfall, Koma eines Angehörigen) und dabei Geld von Ihnen fordert.

- Hinterfragen Sie die Richtigkeit der Angaben. Lassen Sie sich die Erreichbarkeit des Krankenhauses geben. Legen Sie auf. Überprüfen Sie die Nummer und rufen Sie erneut an.

- Nehmen Sie Kontakt mit dem vermeintlich in Lebensgefahr schwebenden Angehörigen oder anderen Familienmitgliedern auf.

- Informieren Sie die Polizei.

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