Hildesheim - Vor rund zwei Wochen hielten sich die Hildesheimer Clubs und Diskotheken noch mit konkreten Öffnungsplänen zurück. Nun erlauben die neusten Lockerungen der Corona-Regelungen, dass ein Negativtest ausreicht, um die Tanzfläche ohne Maske und Abstand unsicher zu machen. Denken Hildesheimer Clubbetreiber nun also doch über eine baldige Öffnung nach?
Kulturfabrik öffnet früher als geplant
„Wir werden voraussichtlich ab Oktober wieder regelmäßige Veranstaltungen im Haus haben“, freut sich Stefan Wehner, Geschäftsführer der Kulturfabrik (Kufa). Vor zwei Wochen plante die Kufa noch ausschließlich mit Open Airs, nun soll es ab August eine Mischung aus In- und Outdoor-Veranstaltungen geben.
„Wir gehen nicht von 0 auf 100 Prozent, aber von 0 auf 55 Prozent“, lacht Wehner. Die momentane Herausforderung besteht darin, „ein vernünftiges Team zusammen zu bekommen, da viele unserer Minijobber in den letzten Monaten auf der Strecke geblieben sind und sich neue Jobs gesucht haben“, erklärt Wehner.
Das Team und auch die DJs freuen sich jedoch sehr auf ein reguläres Programm inklusive Partys.
Kult-Disco Old Inn sucht Nachfolger
Die Kult-Disco Old Inn in der Stobenstraße bleibt hingegen vorerst geschlossen. Nach dem Tod von Inhaber Erwin Kotzur hat dessen Sohn Dennis die Geschäfte vor kurzem übernommen. Da sich der 38-Jährige aber ganz auf den Kiepenkerl konzentrieren möchte, sucht er für das Old Inn einen Nachfolger.
Cube: Ab Juli sind private Feiern möglich
Auch Cube-Betreiber Niklas Christ hat seine Öffnungspläne überarbeitet. „Ab Juli machen wir wieder für private Feiern auf“, so Christ.
Mit öffentlichen Veranstaltungen hält sich der Club am Hindenburgplatz aber noch zurück. „Ich schätze, dass die Gäste – gerade bei diesem sehr heißen Wetter – nicht gleich losströmen, um in einem Club zu feiern“, meint Christ.
Mauerwerk will in kommenden Wochen umbauen
Auch der Club Mauerwerk hält an seinem bisherigen Plan fest. Zwar hat sich der Club in Bahnhofsnähe mit Selbsttests und Desinfektions-Spendern auf die aktuelle Situation eingerichtet, aber der normale Geschäftsbetrieb soll nach wie vor erst im Herbst wieder aufgenommen werden.
„Wir können nur eine begrenzte, kleine Zahl an Besuchern rein lassen und das ist für uns ein wirtschaftliches No Go“, erklärt Timo Gölke, Mauerwerk-Geschäftsführer.
Auch Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitenden finden erst in den kommenden Wochen statt. „Viele unserer alten Kräfte haben signalisiert, dass sie zurückkommen möchten“, so Gölke.
„Wir möchten nachhaltiger und digitaler werden“
Die Zeit bis September will das Mauerwerk-Team vor allem für Umbauarbeiten nutzen. „Der Eingangsbereich soll verbreitert werden, und wir überlegen, einen Teil-Außenbereich hinzuzunehmen“, zählt Gölke die Pläne auf.
Außerdem möchte der Club mit einem neuen Spülautomaten und weniger Plastik-Geschirr nachhaltiger werden und Reservierungen, Kontakte und weitere organisatorische Daten digital speichern. „Das alles braucht Zeit, um es auf gesunde Füße zu stellen“, begründet Gölke die Öffnung im Herbst.
Vier Linden: Wiedereröffnung im Herbst geplant
Auch Martin Schüler von dem Veranstaltungszentrum Vier Linden rechnet mit einer Wiedereröffnung im Herbst. Die Nachfrage nach Veranstaltungen sei da, aber gleichzeitig erntet das Team aus der Alfelder Straße auch Verständnis dafür, dass man an den bisherigen Plänen weiter festhält. „Wir hoffen, dass wir im Herbst wieder Gäste bei uns begrüßen können“, sagt Geschäftsführer Schüler.
