Technik für Hygiene

Hildesheimer entwickeln Technik für keimfreie Wäsche und Corona-Masken

Hildesheim - Forscher der HAWK entwickeln einen Prototyp, um Kleidung möglichst keimfrei zu bekommen. Dazu wird eine neue Technologie eingesetzt.

Plasmatechnik für die Wäscheaufbereitung: Hier die Skizze für eine Heißmangel. Foto: HAWK

Hildesheim - Keimfreiheit – Mit der Coronakrise gerät das Thema saubere Wäsche stärker in den Fokus. Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) will nun ihre Forschung zum Thema Plasmatechnik dafür einsetzen, Geräte für die keimfreie Pflege von Wäsche zu entwickeln.

Erstes Projekt ist eine Heißmangel – das sogenannte Plasma-Clean-Gerät. Gefördert wird das Vorhaben vom niedersächsischen Landesministerium für Wissenschaft und Kultur mit 100.000 Euro. Wie kann Wäsche möglichst keimarm gemacht, unliebsame Gerüche werden und das noch energiesparend?

Auch Designer sind an Bord

Den Prototyp, der auf einer neuen Patentanmeldung basiert, entwickelt derzeit ein interdisziplinäres Forscherteam der HAWK. Dabei arbeiten Ingenieure, Naturwissenschaftler am Standort der Hochschule in Göttingen eng mit den Designern der Fakultät Gestaltung in Hildesheim zusammen.

Führend in der Plasmatechnologie ist der Professor Dr. Wolfgang Viöl, Vizepräsident für Forschung und Transfer der HAWK. Plasma beschreibt den vierten Zustand von Materie als eine Form der elektrischen Entladung, die als leuchtendes Gas sichtbar wird. Das bewirkt, dass der Sauerstoff in der Luft und die vorhandene Luftfeuchte aktiviert werden. Diese aktiven Moleküle, sogenannte Radikale, können besonders gut mit der Hülle von Keimen reagieren und diese zerstören.

Eignung für empfindliche Materialien

„An der HAWK haben wir alle Kompetenzen zur Verfügung, um ein solches Projekt umzusetzen: den Erfindergeist, die Ingenieurkunst, Gesundheitskompetenz und die Gestaltung“, bündelt Viöl die gemeinsame Arbeit der Wissenschaftler.

Das Plasma soll auch bewirken, dass die Temperatur im Prototyp verringert werden kann, und damit auch empfindliche Textilien wie Sportbekleidung, aber auch Thrombosestrümpfe behandelt werden können. Projektleiterin Prof. Dr. Sabine Foraita, Professorin für Designwissenschaft, erklärt: „Auf der Grundlage dieser neuen Verfahren entwickeln wir neue Geräte, die man im Alltag einsetzen kann. Dabei stehen die Nutzenden im Mittelpunkt.“ Ob Funktionskleidung ganzer Sportmannschaften oder FFP2-Atemschutzmasken: Sie sollen „mühelos desinfiziert werden können“. Im Projekt wird dazu eine vorhandene Heißmangel um eine Plasmaeinheit ergänzt. Am Ende des Projekts soll ein funktionstüchtiges Gerät stehen, das für den praktischen Einsatz getestet werden soll.

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